Dienstag, 18. Dezember 2007

Oxford



Hurra, Hurra. Am Samstag vor zwei Wochen bin ich mit Lena nach Oxford gefahren. Das Wetter war ziemlich gruselig, d.h. es war ziemlich kalt und hat die ganze Zeit geregnet, Oxford selbst war aber sehr schön. Morgens sind wir erstmal schön in Stress geraten, weil unser Bus um 11 Uhr fuhr, wir aber erst noch Tickets kaufen mussten (naja eigentlich Oystercard aufladen, aber das ist im Grunde ja dasselbe...) und dann die Bushaltestelle nicht finden konnten, von welcher der Bus losfuhr in welchem wir Plätze gebucht hatten. Als wir die Bushaltestelle gefunden hatten, war der Bus gerade abgefahren. Da war die Freude natürlich groß! Glücklicherweise stellte sich heraus, dass der Bus zwischen Oxford und London alle 10 Minuten fährt, so dass wir einfach den nächsten nehmen konnten. Und: Oh wunder, sogar die Buchung galt ebenfalls für den späteren Bus. Vollkommen durchnässt und total entnervt (ich jedenfalls...) bestiegen wir also den Bus in Richtung Oxford. Die Fahrt dauert so c.a. 1. 30 h und man kann an verschiedenen Stationen hinausspringen. Nun, Oxford ist wirklich ein schönes Städtchen, voller kleiner Häuser und Gassen und mit einem mittelalterlichen College nach dem nächsten. Die Colleges kosten leider Eintritt, aber sind auch von innen sehr schön anzusehen. Schöne Kreuzgänge, wunderbare Essenssäle behängt mit Bildern berühmter ehemaliger Studenten (von denen ich aber nur Locke kannte), gemütliche Studierzimmer wie aus dem 18. Jhd. etc. versüßen jedem eingebildeten und wirklichen Gelehrten sein Leben und Studieren in dieser kleinen feinen Stadt. Man bekommt bei solchem Anblick wirklich direkt Lust, in Oxford zu studieren. Von den Colleges haben wir nur Christ College und Magdalene College gesehen, sowie natürlich einige Colleges von außen. Ich habe mir noch ein billiges Schachspiel auf einem Flohmarkt in einer Kirche gekauft und den Abend beschlossen haben wir, nachdem wir uns in einem Star Bucks.... ähm ich meine, nachdem wir uns in einem CAFE *hust* aufgewärmt haben, mit einem Klavierkonzert in der berühmten Stadthalle von Oxford, in welcher auch immer die Graduiertenfeiern etc. stattfinden. Das Konzert war sehr schön, auch wenn der Majestro so cool war, dass er bei jeglichem Applaus keine Miene verzogen hat und nur leichte Verbeugungen angedeutet hat. Was mir ein wenig unsympatisch war. Aber was soll man machen, wenn der Mann ein Genie ist??? Äh...
Nun, Oxford ist auf jedenfall ein schöne Stadt, das ist keine offene Frage. Und sie ist vollgestopft mit Studenten. Man (ich) würde wirklich gern dort studieren, auch wenn die Anforderungen wahrscheinlich horrend sind (da die nächste Station auf meinem Lebenslauf ja ein PhD ist, sind sie nochmal umso höher...). Ich bin aber nicht sicher, ob ich Cambridge nicht trotzdem vorziehen würde, schon allein wegen des historischen Faktors (das wohl nur einige wenige Freaks zu schätzen wissen...). Andererseits bekommen in Oxford bereits die Undergraduates eins zu eins (!) Unterricht... Ach ja, ob die Lebensqualität tatsächlich zunimmt, wenn man mehr Optionen zur Auswahl hat... Hmm erstmal muss man die Optionen wohl zur Auswahl haben. Wenigstens nuscheln Oxfordianer nicht...































































Freitag, 7. Dezember 2007

Nun soll die Schreibfaulheit mal wieder überwunden werden.

Was ist in letzter Zeit so passiert? Hmm, auf den ersten Blick nicht viel, ich fange am besten mit dem stärksten Eindruck an, mit den gestrigen Erlebnissen.

Gestern war in meiner Hall allgemeine Weihnachtsfeier. Obwohl ich das wusste, hatte ich nicht geahnt, worauf ich mich einstellen muss. Nachdem ich daher von meinem Seminar nach Hause kam und direkt in die Essenshalle geeilt bin (es war schon reichlich spät und um 7 macht die Essensausteilabteilung zu), wurde ich mit einem schockierenden Anblick konfrontiert: Die Halle war voll, alle Tische waren mit Decken bedeckt und darauf lagen bunte Knallbonbons. Leute hatten Kronen auf dem Kopf und andere skurille Spielzeuge. Irgendwo aus dem Hintergrund plärrte angelsächsische Weihnachtsmusik aus einem Rekorder. Das wirkt jetzt hier in Buchstaben nicht so skurril, wie es war, aber es hat mich bei ersten Anblick ziemlich erschlagen. Erstens habe ich natürlich gar nicht damit gerechnet und zweitens erschien es mir auch gar nicht... naja, weihnachtlich. Ich habe mich dann während des Essen auch die ganze Zeit (trotz interkultureller Toleranz und so) über die angelsächsische Art und Weise Weihnachten zu feiern mukiert. Erschien mir alles irgendwie mehr wie Karneval in Köln, als Weihnachten. Hinzu kam noch, dass seit einigen Tagen vollkommen geschmacklose Dekoration in der Essenshalle rumhängt und auch ansonsten in der Hall (vor allem in der Eingangshalle, in der einen jeden Tag ein netter Santa Clause begrüßt) verteilt wurde. Da sehnt man sich doch glatt nach hause, wo für die Leute Weihnachtsdekoration nicht darin besteht grelle Dinge irgendwo hinzuhängen. Das ist ein Weihnachten zum Wahnsinnig werden und nicht um in bedächtiger Stimmung zu feiern.
Lustig ist auch, dass es in London keinen Weihnachtsmarkt gibt. Stattdessen fahren jede Menge Leute nach Holland und Deutschland, um sich dort den Weihnachtsmarkt und sein Feeling zu geben. Wenn es aber doch Leute gibt, die sich für so etwas erwärmen können, warum entsteht dann in England kein Weihnachtsmarkt? Komische Engländer. Scheinen noch nie was von den Gesetzen des Marktes und Angebot und Nachfrage gehört zu haben.
Am letzten Wochenende war ich zum zweiten mal im Natural History Museum und es hat mir wieder sehr gut gefallen. Diesmal habe ich mir Human Biology und Mammals angesehen, wobei ich leider zuviel Zeit in ersterer Austellung verbracht habe, die nicht ganz so interessant war und dann zu müde war, mich der zweite Ausstellung mit meiner vollen Aufmerksamkeit zu widmen. Es gab jedoch in der zweiten sehr viele tolle und interessante Sachen zu erfahren. Das coolste was ich gesehen habe, ist das Tier auf dem Foto. Ein Ameisenbär mit Panzerplatten! Die Evolution hat schon sehr verrückte Dinge hervorgebracht. Ich muss schon sagen: Was es für unendlich verschiedene Strategien gibt, um das Überleben zu sichern, ist schon enorm. Ich bin wirklich ein begeisterter Fan von Evolution geworden :-). Ich kann nur sagen: Wenn ihr jemals dort seit, geht nicht zu den Menschen und Dinosauriern, geht zu den Säugetieren, deren Entwicklung und Vielfalt ist am interessantesten!
Was ich skurril fand, waren einige Statements in der Abteilung zur Human Biology. Dort wurden solche Sachen gesagt, wie z.B. "Unser Gehirn kontrolliert alle Handlungen die wir vornehmen." oder "Wenn du etwas siehst, dann kalkuliert dein Gehirn dies und das". Gibt einem ein bißchen das Gefühl, dass das eigene Gehirn ein Fremdkörper ist, der die eigenen Handlungen und so weiter kontrolliert. Ich meine, wenn man schon nicht Person mit Gehirn identifizieren will, dann sollte man doch wenigstens so etwas sagen wie: "Über dein Gehirn steuerst DU deine Handlungen, verarbeitest Informationen, etc." und das Gehirn quasi als Kontrolzentrum der Person darstellen. Alles andere scheint für mich keinen Sinn zu machen oder einen falschen Eindruck von der Rolle des Gehirns und der Person zu vermitteln. Hmm, naja...

Samstag, 1. Dezember 2007

Haare...


So, nachdem ich die erste Abstimmung in meinem Blog durchgeführt habe, muss jetzt ich gestehen, dass ich meine Haare schon vorher habe schneiden lassen. Oben seht ihr das Resultat... Und im Hintergrund Schloss Versailles. Aber ich wollte erstens mal dieses Abstimmungsfeature ausprobieren und auch mal die Meinung von Leuten herausbekommen :-). Ganze 9 (!) Teilnehmer haben abgestimmt. Von diesen sind 77 % der Meinung, dass ich mir die Haare schneiden soll, in verschiedenen extremitätsgraden. So dass die Mehrheit wohl zufriedengestellt sein dürfte. Nur 22 % (also 2 Personen) waren vollständig gegen einen Friseurbesuch. Jetzt würde mich natürlich sehr interessieren, wer wie abgestimmt hat... Und wer bitte wollte, dass ich eine Glatze bekomme???