Mittwoch, 27. Februar 2008

Notting Hill

Am Wochenende war ich mit Lena in Notting Hill (Fotos finden sich unten...). Notting Hill - bekannt geworden durch den gleichnamigen Film - ist eines der trendigsten und sicherlich teuersten (in Bezug auf die Miete - aber eigentlich ist die Miete in London überall teuer...) Viertel von London. Es liegt etwas westlich vom Hyde Park und damit nicht im Herzen Londons. Interessant ist, dass Notting Hill ursprünglich ein Einwandererviertel ist (vorwiegend für Menschen aus der Karibik), ebenso wie Soho (Asiaten - vor allem Chinesen, was die Nähe von Londons Chinatown) und Bricklane/Whitechapel (Bricklane - vor allem Inder und Pakistanis) und dass dieser Einwandererstatus wohl stark zum kulturellen Aufstieg der jeweiligen Viertel beigetragen hat. Einwanderer bringen halt exotische und fremde Dinge mit sich, was wiederum das Interesse intellektueller und intelligenter In- und Ausländer anzieht, was wiederum dazu führt, dass der gesamte kulturelle Status des Viertels ansteigt. Allerdings müssen die Viertel dazu ersteinmal den Slumcharakter überwinden, den sie haben müssen, um überhaupt erst Einwandererviertel werden zu können (denn dazu muss ein Viertel so heruntergekommen sein, dass sich Einwanderer das Leben dort leisten können). Die niedrigen Mieten und die kulturelle Vielfalt machen das Viertel dann interessant, was dann die reicheren Gebildeten und Trendsetter/searcher anzieht, die dann wieder die Mieten anheben und die Einwanderer verdrängen... Anyway...
Notting Hill ist auf jedenfall ein gemütliches und nettes Viertel, voll netter angestrichener Häuschen, reihenweise Antiquitätenläden und trendiger Klamottenläden. Außerdem finden sich hier entsprechend des alternativen Publikums reihenweise alternative Restaurants (Vegie und Organic bevorzugt), sowie Secondhandläden für Bücher und Kleidung. Die Leute sehen alle sehr nett, alternativ, trendy und/oder gebildet aus. Normalerweise ist auf der Portobello Road (auf welcher wir hauptsächlich gegangen sind) auch ein Markt zu finden, der aber an diesem Tag seltsamerweise nicht war. Notting Hill ist sicherlich einer der nettesten Plätze in London um dort zu leben, weil man das Gefühl hat, dass alles um einen herum total nett ist. Die Ästhetik des Viertels ist e
benfalls überaus ansprechend. Wenn die Mieten nicht horrend wären (jedenfalls wenn man den Spekulationen meiner Freunde in der Uni trauen kann - die Miete wurden so um 4000 Pfund für die Miete eines Hauses für einen Monat eingeschätzt, was bei einer Vierköpfigen WG die ein solches mietet 250 Pfund pro Woche pro Kopf (ich schätze grob 400 €) machen würde...) wäre es sicherlich DER Platz wo man in London leben möchte. Es ist auch nicht sooo weit vom Stadtzentrum entfernt und es gibt ja immernoch die Tube. Außerdem ist der Hyde Park direkt um die Ecke, was ja sicherlich auch einiges wert ist.

<-- Ein Beispiel einer Häuserreihe in Notting Hill. In dem grauen Haus ganz rechts an dem die kleine Plakete zu sehen ist (die ich leider nicht gut photographieren konnte), hat einmal für eine Zeit George Orwell gewohnt.













Eines der schnuckeligen Häuschen von vorne -->
















Einer der vielen Antiquitätenläden -->















<-- Klamottenladen und Antiquitätenladen



















Ein Kino (in dem der sehr zu empfehlende Film "There will be blood" gespielt wird) -->











<-- Ein Straßenzug in Notting Hill
















Ein angemalter Plattenladen (glaube ich) -->


















<-- Straßenkunst (oder so...)

Montag, 25. Februar 2008

Philosoph der Woche







Philosoph der Woche: John Stuart Mill












Diesmal haben sich mehr Leute an der Abstimmung beteiligt als je zuvor. Für nächste Woche schlage ich keine Personen, sondern zwei Positionen vor: Konsequentialismus und Non-Konsequentialismus. Konsequetialismus soll als die Position verstanden werden, dass der moralische Wert einer Handlung allein von ihren Konsequenzen bestimmt wird. Non-Konsequentialismus ist dann die Verneinung dieser These.

Ich weiß, dass ich schon seit einiger Zeit nicht mehr besonders aktiv war, was sich wohl demnächst wieder ändern wird. Momentan bin ich aber erstens momentan nicht besonders motiviert und zweitens ist nicht so wirklich viel berichtenswertes passiert... Aber ich werde demnächst wieder öfters posten.

Sonntag, 17. Februar 2008

Philosoph der Woche








Philosoph der Woche: Robert Nozick











Tja, ich habe es ja vorausgesehen: Nozick ist gewählt worden und Rawls nicht...Ich hoffe wenigstens, dass er nicht für seine politische Philosophie ausgewählt wurde, dann wäre ich nämlich fürchterlich enttäuscht.
Für nächste Woche schlage ich John Stuart Mill und Karl Marx vor.

Freitag, 15. Februar 2008

Das Verbrechen

Leute, ich habe es doch getan: Entgegen aller Vernunft (dargestellt durch Romy und einer eindeutigen Abstimmung hier in diesem Blog), habe ich einen Philosophieblog eingericht. Das Ergebnis findet ihr unter http://philexactscience.blogspot.com/. Der Blog ist in englischer Sprache gehalten und ich weiß noch nicht, wie oft und wie lange ich dort posten werde. Aber ich hatte heute morgen einfach Lust darauf...

Happy Valentine's Day

Ich weiß ja nicht, wie Lage nun in Kontinental Europa aussieht, aber Valentine's Day (oder Valentins Tag...) ist hier drüben in England in größeres Ding als ich es jemals in Deutschland wahrgenommen hätte. Schon Wochen vorher fangen die Läden an, Geschenke zum Valentine's Day (man verzeihe mir den Anglizismus, aber da es sich hier um ein angelsächsischen Fest zu handeln scheint...) anzubieten, die sich an Kitschigkeit teilweise kaum unterbieten lassen. Am Tag selber (der 14.2., welcher gestern war) gehts dann los. Leute rennen mit Rosen oder Luftballons rum (die Luftballons waren vielleicht nur ein spezielles LSE-Feature), schicken einander Karten und versuchen Dates zu organisieren. Die Houghton Street selbst stand gestern voll im Zeichen des Valentine's Day und war bevölkert mit Leuten die z.B. Valentine's Karten verkauft haben, mit der Möglichkeit sie der jeweiligen angebeteten Person übermitteln zu lassen und andere Angebote. Das meiste davon diente dem Zweck Geld für gute Sachen zu sammeln. In der Quad, sozusagen dem Studentenzentrum des LSE wurde Abends sogar ein Speeddating veranstaltet. Überall Herzen und Rosa. Naja, ich persönlich halte ja nicht besonders viel vom Valentine's Day. Ich habe langsam das Gefühl, dass man für bestimmte Feste (vielleicht sogar für alle), einfach in einem bestimmten Kulturkreis aufgewachsen sein muss. Das Verhalten und die Einstellung der Umgebung in welcher man den größten Teil seiner Lebenszeit verbracht scheint da einen großen Einfluss zu haben, ebenso dass man bereits bestimmte Erinnerungen und Gefühle mit dem Ereignis verbindet. Ostern und Weihnachten (und Geburtstag!) finde ich z.B. total toll, Halloween, Karneval und Valentine's Day dagegen stehen ich indifferent bis ablehnend gegenüber, einfach weil ich mit ersterem viel, mit letzterem nichts oder negatives (Karneval z.B. assoziere ich als bloße Gelegenheit um sich zu betrinken, nicht als Gelegenheit, sich einmal zu verkleiden - was ich ganz cool fände) verbinde. Valentine's Day wird also für mich vermutlich niemals zu den roteingerahmten Tagen des Jahres gehören. Naja, was solls: Happy Valentine's Day trotzdem an alle!

Dienstag, 12. Februar 2008

Soho, London und Tate Modern

Da Lena am Wochenende hier war, bin ich endlich mal wieder ein bißchen aus meinem Zimmer herausgekommen und habe London besser kennengelernt. Samstag Abend haben wir einen Spaziergang durch Soho gemacht und am Sonntag sind wir von meiner Hall übers LSE an der St. Pauls Cathedral vorbei zur Tate Modern gewandert. Von Soho habe ich leider keine Fotos gemacht, aber vom Sonntag gibt es ein paar Fotos weiter unten zu finden.

Soho liegt ebenfalls im Herzen Londons (meine neue Lieblingsphrase), direkt zwischen Leicesters Square und Picadilly Circus/Oxford Street. Laut Lonely Planet ist Soho ein Dorf mitten in London, aber wenn das stimmt, dann ist es das trendigste und nachtlebigste Dorf der Welt. In Soho reiht sich eine Bar an die andere, eine cooler und ausgefallener als die nächste. Pubs gibt es natürlich auch reihenweise (es gibt einen Unterschied zwischen Pubs und Bars, aber es fällt mir schwer notwendige und hinreichende Kriterien zu geben, außer, dass Pubs auf eine gewisse Weise gestaltet sind: Sie sehen meistens aus wie aus dem 19 Jhd. und wie große Wohnzimmer), ein riesiger Haufen Restaurants aller möglicher Küchen, ebenso wie Clubs und natürlich (weil Soho so verrucht ist) Unterhaltungsformen der erotischen Art von Nachtclubs über Sexshops zu erotischen Buchhandlungen. Ein Nachtspaziergang durch Soho macht wirklich enorm Spaß, weil die Straßen bevölkert sind (teilweise mit ziemlich verrückten und abgefahrenen Gestalten), überall bunte Lichter und interessante Orte sind. Leider bin ich momentan etwas knapp bei Kasse (meine Begeisterungsstürme bezüglich des fallenden Pfundes haben leider nicht lange angehalten, auch wenn das Pfund noch immer auf einem Tiefstand ist... London ist einfach ein riesiges geldsaugendes Schwarzes Loch...), so dass wir uns leider nicht in eine der reichhaltigen Bars setzen konnten (weil das ja sonst noch mehr Geld abgesaugt hätte). Angeblich wird man in Soho ständig von irgendwelchen Frauen in irgendwelche Nachtclubs gezogen (hat jedenfalls jemand behauptet, der mit mir in der Hall lebt), aber wie zu erwarten war ist etwas derartiges nicht passiert. Dafür hat mir jemand Drogen jeglicher Art angeboten. Vertrauenswürdig sah der aber nicht unbedingt aus... selbst wenn Drogen hätte kaufen wollen. Ich denke ich werde Soho bei der nächsten Gelegenheit mal nochmal einen Besuch abstatten und dann auch mal einen der Pubs betreten...

Am Sonntag sind wir dann also zur Tate Modern gewandert. Der Weg (für alle die wieder eine Stadtkarte zur Hand haben) führt über das LSE Richtung Strand, dann an den Royal Court of Justice vorbei zur St. Pauls Cathedral und dann über die Themse zur Tate Modern.

Zu den Royal Courts of Justice gibt es die tolle Geschichte zu erzählen, dass ich heute, wenn ich mcih mehr angestrengt hätte, Sir Paul McCartney live hätte sehen können. Die RCJ liegen nämlich direkt am LSE und Mr. McCartney scheidet sich ja momentan. Als ich heute nach meinem Seminar zum Essen gehen wollte, erblickte mein Auge Menschen die mit Kameras mit riesigen Teleskopen am Zaun gedrängt standen. Natürlich hat das eine Menge Leute (mich und meine Mitstudenten) wie magisch angezogen, die alle wie gebannt über diesen Zaun starrten. Schnell fand man raus, dass Paul McCartney erwartet würde, der bald das Gebäude der RCJ verlassen müsste. Ich war mir nicht sicher, ob Paul McCartney es wert wäre, einen Affen aus sich zu machen oder ob es mir egal ist und bin deshalb nicht zum Zaun gegangen (weil ich einfach zu keiner Entscheidung kommen konnte), aber eine meiner Mitstudentinnen hat sich nicht gescheut einen Affen aus sich zu machen und ist am Zaun hochgestiegen und hat tatsächlich Sir McCArtney beim verlassen der RCJ und einsteigen in sein Auto erblicken können. Ich hätte also fast Paul McCartney gesehen...



Royal Courts of Justice -->






Da ja Sonntag war, konnten wir auch umsonst in St. Pauls hinein, was sonst so 8 Pfund oder so kosten würde (schwarzes Loch...). Drin war auch prompt Messe, so dass wir schnell wieder rausgegangen sind. Eines Tages werde ich mir die Kirche mal ausführliches ansehen, aber erst wenn ich Geld verdiene...













<-- St. Paul Cathedral











London Bridge (sieht man wenn man genau hinsieht...) -->









Naja, dann sind wir halt zur Tate Modern gegangen (auf der Brücke über die Themse habe dich das tolle Foto von der London Bridge gemacht), was quasi die Abteilung für moderne Kunst der Tate Britain ist. Die Tate Modern ist in einer alten riesigen Fabrik. Leider hatten sie die Rutschen die vor einiger Zeit noch von den einzelnen Stockwerken nach unten führten (habe ich mir erzählen lassen) wieder abgebaut. Nichtsdestrotrotz (ist das überhaupt ein Wort?) ist die Tate Modern selbst schon ein superinteressantes Gebäude. Die Eingangshalle ist riesig und das Gebäude zieht sich über 6 oder 7 Stockwerke hin. Eintritt ist - wie in allen (oder den meisten) Londoner Museen - für alle ständigen Ausstellungen kostenlos. Nur für Sonderausstellungen zahlt man - saftig (schwarzes Loch...). Wir haben uns erst eine kleine Ausstellung namens "Illuminations" angesehen in welchen es darum gehen sollte, wie Glauben mit dem Alltag verwoben ist. Von den 5 Installationen (es waren alles Filme) waren für mich aber nur 2 wirklich interessant (der Rest war m.E. entweder zu "Pseudo" oder mir nicht zugänglich). Erstens war da ein Film in welchem Juden, die früher einmal sehr streng gläubig waren von den Momenten erzählt in denen ihr Glaube zu bröckeln begann. Meistens hatte das mit irgendwelchen Regelbrüchen zu tun, wie z.B. Licht am Samstag (Sabbat) anmachen, Couscous essen, am Sabbat tanzen oder mit Freunden essen, etc. Krass war, dass viele der Leute wirklich große Angst hatte bei den Verstößen und teilweise geglaubt haben, dass Gott im selben Moment auf sie niederfahren und in Flammen aufgehen oder mit einem Blitz erschlagen würde und das für wirkliche TRIVILITÄTEN. Wenn Religion Leute dazu bringt solche Dinge zu glauben und sich so sehr zu fürchten, wenn sie das Leben von Menschen in einer solchen Weise einschränkt, dann kann ich wirklich nichts gutes daran erkennen... Die andere Installation zeigte Straßen in Rumänien (glaube jedenfalls das es Rumänien war) die an heiligen Stätten liegen. Immer wenn ein Glaubender an einer solchen Stätte vorbeigeht, dann muss er sich (in Rumänien) dreimal bekreuzigen. Es war interessant zu sehen, wie sich die Leute aus heiterem Himmel und teilweise total automatisch dreimal bekreuzigten, sich teilweise dabei unterhaltend oder auf dem Fahrrad fahrend. Naja interessant jedenfalls...





<-- Tate Modern
Nach dieser Ausstellung haben wir uns dann die Sammlung der Surrealistischen Bilder der Tate Modern angesehen und hier ist mal wieder meine künstlerische Unterbelichtetheit vollkommen zum tragen kommen. Die meisten der Bilder haben mir einfach überhaupt nichts gesagt... Der größte Teil der Bilder hat noch nicht einmal ein Gefühl der Befremdung o.ä. in mir verursacht, obgleich das ja oft der Sinn von surrealistischen Bildern zu sein scheint (jedenfalls wenn man den Schildern am Rand trauen darf) und die Interpretationen die vom Museum angeboten wurden (die oft die Interpretationen der Künstler selbst sind) fand ich immer so weit hergeholt und unplausibel, wie es nur geht. Hauptsache es klingt tief, wichtig und intellektuell... Das ist mein Eindruck davon. Ich möchte wirklich nie wieder in meinem Leben ein Bild interpretieren müssen...
Das einzige was wirklich einen Eindruck bei mir hinterlassen hat, waren die Bilder von Francis Bacon (vor allem "Second Version of Tryptich"... gruselig...), die schon in der Tate Britain am stärksten Eindruck auf mich gemacht hatten. Die Bilder sind natürlich nicht schön (was sichelich auch nicht die Intention des Künstlers war...), aber sie lösen bestimmte Emotionen aus, von denen ich vermute, dass es genau die sind, die der Künstler auslösen wollte. Sehr gelungen...Im Gegensatz zu den meisten anderen Bildern die ich dort finden konnten, gelingt es Bacons Bildern selbst auf künsterlische Morons wie mich Eindruck zu machen. Hmm, naja genug der Interpretation... Ich bin halt ein Kunstbanause (seltsam, wo ich doch ein großer Fan von Buch, Film und Musik bin)... Ich sollte nicht in Kunstmuseen gehen. Wissenschaft liegt einfach näher an meinem Herz. Ein echter Intellektueller wird wohl nie aus mir.

Auf dem Rückweg haben wir dann den Weg über die Waterloo Bridge genommen, wo die folgenden beiden Fotos aufgenommen wurden, die leider nicht so gut sind, wie sie gewünscht waren.




Blick von der Waterloo Bridge gen Osten -->

















<-- Blick von der Waterloo Bridge gen Westen

[Musings] Schlümpfe

Nur so eine skurrile Information: Die Schlümpfe heißen in allen Ländern dieser Welt anders. In England und den U.S.A. heißen sie "Smurfs", in Italien "Puffi" und in Frankreich "Strumpfs".

Montag, 11. Februar 2008

LSE

Das LSE liegt mitten im Herzen Londons (London hat ein großes Herz...), in der Nähe der St. Paul Cathedral und der Straße "The Strand". Wenn ihr einen Londonstraßenführer zur Hand habt (da ihr, wenn ihr das lest gerade im Internet seid, dürfte das wohl der Fall sein, dann könnt ihr auf der Karte nach der "Houghton Street" suchen. Dass ist eine winzige abgebrochene Straße, die in Wirklichkeit eine Fussgängerpassage ist, an der das LSE gelegen ist. Das LSE ist eine weltweit bekannte Uni und ich habe gerade gestern erst erfahren, dass es im Times Ranking auf Platz 11. von allen Universitäten der Welt gelandet ist. Das LSE ist vor allem auf Sozialwissenschaften und ist in diesen besonders führend...

<-- Die Bibliothek (links) und das Lakatos-Building (rechts)



Das hervorstechendste Merkmal des LSE ist neben dem sozialwissenschaftlichen Fokus die internationale Studierenden- und Lehrendenschaft. Außerdem bekommt man ein vielfältiges Vortragsangebot geboten, wobei die Vortragenden normalerweise bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten sind.
Die Philosophie hat am LSE einen sehr stark wissenschaftstheoretischen (naturwissenschaftlich und sozialwissenschaftlich), aber auch "policy" orientierten Einschlag. Viele der Dozenten haben einen Background in Wirtschaftswissenschaften und sind erst später in die Philosophie gewechselt. Das merkt man natürlich auch an ihrer Herangehensweise. Es wird viel und gerne formalisiert. Das Klima ist eindeutig analytisch und auch praxisorientiert. Ich fühle mich eigentlich ganz wohl. :-) Das Department wurde von Karl Popper gegründet.

<-- Die Bibliothek ("one of the largest libraries in the world devoted to the economic and social sciences")


Ich hatte ja bereits früher mal angekündigt, genaueres zum Lehrprogramm zu geben und ich denke, dass werde ich an dieser Stelle vornehmen. Jeder Philosophiestudent muss vier Module machen (drei inhaltliche Module und ein Modul, dass mit der Dissertation verbunden ist). Die inhaltlichen Module bestehen jeweils aus einer einstündigen Vorlesung und einem ein-einhalbstündigen Seminar. Die Vorlesung hat man zusammen mit BA-Studenten, im Seminar sind nur Graduierte (auch wenn das aus meiner Perspektive keinen so großen Unterschied macht: viele der GRaduierten haben vorher noch keine Philosophie gemacht und sind daher auf dem gleichen Niveau wie Undergraduates - ein Paradies wie in Bielefeld, wo in Graduiertenseminaren nur Leute sitzen von denen man annehmen kann, dass sie bereits Ahnung haben, wird man hier nicht finden - es ist jetzt nicht so schlimm wie dargestellt, aber es nervt einfach ein bißchen: Ich dachte ich wäre dem mit dem BA entronnen...) oder halt Undergraduates, wenn es ein Undergrad-Seminar ist...




Eingang der Bibliothek -->









Die Graduiertenseminare werden von Leuten gegeben, die bereits einen PhD gemacht haben. Es sind immer die Leute, die auch die entsprechende Vorlesung geben. Die Seminare für die Undergraduates werden von den PhD-Studenten gegeben. Seminar und Vorlesung hängen jeweils so zusammen, dass in der Vorlesung ein Überblick über die Argumentation des zu lesenden Textes gegeben wird, während im Seminar dann die Texte eingänglich diskutiert werden sollen. Die Idee ist also eigentlich, dass der Dozent in der Vorlesung das Argument des Textes rekonstruiert, welches dann im Seminar mit unter zur Hilfenahme weiterer Texte diskutiert werden soll. Allerdings funktioniert das in den Seminaren jetzt auch nicht immer sooo gut, was vor allem an der Tatsache liegt, die bereits oben genannt wurde: Einige Studenten haben einfach nicht den richtigen Zugriff, diskutieren aber trotzdem wild und unklar drauf los. Am besten hat sich m.E. bisher das Philosophy, Moral and Politics SEminar bewährt, weil das Seminar so gestaltet ist, dass alle Studenten vor jeder Sitzung eine Frage zugewiesen bekommen die sie beantworten müssen. Dann wird anhand dieser Fragen das Argument rekonstruiert und kritisiert und man lernt nebenbei seine analytische Herangehensweise verfeinern.


<-- Das Lakatos Building









Wenn ich jemals ein Seminar geben sollte, dann werde ich das glaube ich genauso gestalten, jedenfalls wenn man weiß, dass man es mit BAlern oder unerfahrenen MAlern zutun hat. Klar, von den meisten meiner Freunde aus Bielefeld würde ich sicherlich erwarten, dass sie das ganz alleine hinkriegen und mit solchen Leuten kann man auch andere Seminare machen. Aber ich glaube, dass diese Methode für die meisten unbedarften Studenten genau das richtige ist. Und man weiß hinterher genau, was denn genau das Argument des Textes ist und was man theoretisch dagegen sagen könnte. Wilde Diskussionen und drauflos assozieren machen einfach keine guten Philosophen.


<-- Eingang zum Lakatos Building mit LSE-Schild dran




Für jedes der Seminare sind jede Woche ungefähr (wie schon des öfteren von mir berichtet) 40 Seiten zu lesen. Wobei auf der Readinglist normalerweise immer noch ein Haufen weiterer Empfehlungen zu demselben Thema aufgeführt werden. Die Themen der Seminare sind sehr breit gehalten und dienen vor allem dazu, einen Überblick über ein bestimmtes Feld und dessen Sub-Felder zu erhalten. So gibt es z.B. "Philosophy of Social Sciences" (beinhaltet alle Themenbereich die mit der Philosophie der Sozialwissenschaften zusammenhängen), "Philosophy of Economics" (entsprechendes zur Philosophie der Ökonomie mit Methodologie der Ökonomie im ersten Term und Rational Choice Theory (my favourite) im zweiten Term), "Philosophy, Morality and Politics" (theoretische Behandlung von Moralischen und politischen Fragen, wie man sie aus der Moralphilosophie und der politischen Philosophie kennt) um nur die zu nennen, die ich belegt habe. Am Ende des Jahres weiß man dann, welche Debatten es in dem großen Feld gibt und kennt die gängigen Positionen in den Sub-Feldern und kann sich dann dementsprechend spezialisieren und sein Wissen entsprechend seinen Interessen vertiefen. Finde ich ein gutes System und sollte m.E. auch im BA in Bielefeld eingeführt werden (also Überblicks- und Einführungsveranstaltungen in Philosophische Themen anstatt Veranstaltungen zu Spezialthemen).


<-- Das "Peacock Theatre". Dient dem LSE als größter Hörsaal (quasi das Audimax) und ist gleichzeitig noch ein echtes Theater.


Jedes der drei inhaltlichen Seminare ist von zwei Essays pro Term begleitet, die vor allem dazu dienen, das philosophische Schreiben zu perfektionieren bzw. sich überhaupt erst anzueignen und sich in einige der Themenbereiche etwas mehr zu vertiefen. Die Essays reichen von 1500 bis 2500 Wörtern (1500 Wörter Essays können auch auf 3000 Wörter ausgeweitet werden, weil man für eine PhD-Bewerbung normalerweise mindestens einen Essay von der Länge einreichen muss), etwas aus der Reihe schlägt Richard Bradley der Dozent den wir jetzt in Philosophy of Economics haben: "If you want to write a short paper write 10 to 15 pages. You can also write a longer page with 15 to 20 pages." Short paper mit 10 bis 15 Seiten??? Naja... Im Summer Term werden wir dann in jedem der drei Module jeweils eine drei-stündige Klausur haben, in welcher jeweils drei Fragen in Essayform beantwortet werden müssen. Also: Drei Essays in drei Stunden. Die Vorstellung, einen Essay in einer Stunde schreiben zu müssen bereitet mir schon jetzt Schweißausbrüche, aber ich denke es ist wohl alles eine Sache der Vorbereitung...

Das Old Building -->



Neben den drei inhaltlichen Modulen gibt es dann noch das Dissertationsmodul. Dieses besteht nur aus einem Seminar. In diesem wurden im letzten Semester Überblickstexte gelesen, damit die Leute Inspirationen bzgl. möglicher Disserationsthemen bekommen. Ich glaube zwar nicht, dass das besonders geholfen hat, aber naja... Ich persönlich hätte das Seminar eher so aufgezogen, dass die Leute kurze Essays schreiben, die dann im Seminar und mit dem Dozenten diskutiert werden. Was diesem Studiengang nämlich wirklich fehlt ist ein wirkungsvolles Essaytraining... Naja, in diesem Semester besteht der Inhalt des Dissertationsseminars darin, dass jede Woche zwei Personen ihre Idee für die Disseration präsentieren, wobei sie jederzeit von den anderen Teilnehmern mit Fragen gelöchert werden können. Ist nicht unbedingt das sinnvollste Format, wenn man bedenkt, dass die Leute vermutlich nicht besonders viel Zeit haben jetzt Dissertation vorzubereiten (schließlich ist die reguläre Arbeit in der Woche nicht zu verachten), aber ich glaube es kann wirklich helfen, genau zu sehen, was man noch klar bekommen muss, in welche Richtungen man gehen könnte, etc. Manchmal bekommt man sogar von Teilnehmern Literaturvorschläge.

Die Houghton Street (das ist die "Straße" an welcher der größte Teil des LSE gelegen ist) -->


Da mir jetzt grad nichts mehr einfällt und es schon ziemlich spät ist, werde ich diesen Post an dieser Stelle beenden. Wer noch irgendwas wissen will, kann mir ja eine Email schreiben...










<-- Houghton Street











Haupteingang vom Old Building -->

Canterbury Hall

Ich habe am Wochenende mal ein paar Fotos von meiner Lebensumgebung gemacht und werde sie hier der Reihe nach zusammen mit einigen Ausführungen posten. Als erstes ist mein trautes "Heim", die Canterbury Hall an der Reihe.

<-- Canterbury Hall Haupteingang

Canterbury Hall ist Teil der sogenannten "Garden Halls", die an den Cartwright Gardens liegen (so heißt die Straße und ein winziger und heruntergekommener Park der an dieser Straße liegt). Canterbury Hall liegt im Herzen der Stadt (naja fast) nur 5 Minuten vom Russell Square (benannt nach John Russell, nicht Bertrand Russell) und 5 Minuten von King's Cross entfernt (der Bahnhof an dem Harry Potter immer nach Hogwarts abfährt). Das schöne an der Hall ist, dass man zu Fuss alles wichtige ohne Probleme erreichen kann: Am LSE (und damit an der Straße "The Strand") ist man in 20 Minuten, an der Themse in 25, am Leicester Square (und auch in Soho) in 20 Minuten, am Trafalgar Square und an der Oxford Street (Picadilly Circus) ist man in 30 Minuten. Das BRitish Museum ist ungefähr 10 Minuten entfernt, genauso wie der Regents Park. Wem das alles nichts sagt, der nimmt sich am besten mal einen Stadtführer von London und blättert ihn durch. Durch die Nähe zu King's Cross und Russell Square ist man auch in Bezug auf öffentliche Verkehrsmittel gut angebunden und kann schnell nach Whitechapel/Brick Lane kommen oder nach South Kensigton in die Museumsmeile (wo auch mein heißgeliebtes Natural History Museum liegt). Direkt um die Ecke liegt außerdem Camden, wo man theoretisch am Wochenende einen ziemlich großes Markt besuchen kann, was ich aber noch nie gemacht habe....

Lord John Russell, der Pub "um die Ecke" -->

Das Problem mit Canterbury Hall ist neben dem Essen (an welches ich mich inzwischen schon gut gewöhnt habe: Ich nehme jetzt auch manchmal "britisches" Frühstück zu mir, was aufgrund meines Vegetariertums hauptsächlich in Rührei, weißen Bohnen und Käsetoast besteht) und der hohen Miete (ich rede mir immer wieder ein, dass sie gar nicht so hoch ist...), sind vor allem die teilweise strikten oder bescheurten Regeln. Die dümmste Regel ist erstmal, dass man nur in drei von zehn Tagen einen "Übernachtungsgast" haben darf. Heißt also: Es darf jemand drei Nächte bei mir übernachten, aber dann darf erstmal sieben Nächte niemand mehr hier schlafen. Drauf kommt noch, dass man für die Übernachtungsgäste eine minimale Gebühr bezahlen muss, die mit 1,50 zwar nicht hoch ist, aber immerhin habe ich ja schon für das Zimmer (nicht zu knapp) bezahlt. Wenn man dann noch für seinen ÜBernachtungsgast Frühstück oder Abendessen in der Hall organisieren will, dann zahlt man nochmal horrende Preise für das Essen, für das man theoretisch auch gut einfach essen gehen könnte (wenn das Essen für mich nicht schon bezahlt wäre...) oder einfach selbst kochen kann - was wir auch meistens machen. Des weiteren muss man jede Person die man in die Hall bringt einchecken. Leute müssen (wenn sie keine Übernachtungsgäste sind) bis 23 Uhr (!) die Hall verlassen haben und ausgecheckt sein, ansonsten zahlt man 10 Pfund Strafe. Das Essen wird zu vollkommen unmöglichen Zeiten serviert (Morgens 8 - 9, Abends 6 - 7), wobei vor allem die Abendszeit nervt. Verboten sind außerdem Licherketten (Brandgefahr), Kerzen (Brandgefahr), Wasserkocher und Toaster (Brandgefahr), Kühlschränke (Brandgefahr), etc. Jeder der mit etwas entsprechendem erwischt wird, zahlt ebenfalls wieder eine saftige Strafe. Laut sein ist nach 23 Uhr ebenfalls verboten (was ja nicht schlecht ist) und es ist verboten, dass sie mehr als 4 Personen in einem der Zimmer aufhalten. Was nicht verboten ist, ist der excessive Konsum von Alkohol im Gemeinschaftsraum mit anschließender Zurücklassung ebendieses Raums in zugemülltem Zustand. Jedenfalls passiert das ständig und ist noch nie geahndet worden.

Der typische Flur in der Hall -->

Die Zimmer in der Hall sind ganz in Ordnung, ich finde meines nicht mehr so klein, wie am Anfang und denke eigentlich, dass man mit dem Platz ganz gut auskommen kann - wenn man keine Bücher oder sonstige sperrige Luxusartikel hat. Es ist etwas mies, dass die Räume sich tatsächlich in der Größe unterscheiden und einige Räume sehr viel größer als meiner sind, andere hingegen noch kleiner, aber alle Leute denselben Preis bezahlen, es sei denn sie haben einen "En Suite" Raum, was de facto bloß heißt, dass sie ein Badezimmer in ihrem Zimmer haben und nicht ihr Bad teilen müssen. Bathsharing ist noch so ein Punkt an dem die Regelung der Hall vollkommen unfair ist. Während ich es super getroffen habe und mein Bad nur mit einer Person teile, die ich eigentlich nie sehe, müssen andere ihr Bad mit 2 oder mehr Leuten teilen und wieder ebenfalls denselben Preis bezahlen. Mich hat es bzgl. Raum und Bad gut getroffen, deshalb habe ich nicht viel zu meckern, aber insgesamt ist die Regelung, dass alle, unabhängig von den Umständen unter denen sie in der Hall leben, den gleichen Preis zahlen, schon ziemlich unfair.

<-- Die Tür zu meinem Zimmer

Da mein Zimmer im fünften Stock ist, bleibt es nicht aus, dass man den Aufzug benutzen muss, was ziemlich nervt, weil in dieser Hall der dümmste Aufzug aller Zeiten installiert ist. Es passiert z.B. seeeehr regelmäßig, dass man im Basement ist (wo das Essen serviert wird) und einer der zwei (! für c.a. 100 Leute) Aufzüge im Erdgeschoss und der andere im fünften Stock ist und der Aufzug aus dem Erdgeschoss erstmal nach oben fährt und man dann warten muss, bis der Aufzug aus dem fünften Stock angekommen ist. Tja, wenn man nicht zu faul zum Treppen steigen wäre...







Die linke Seite meines Zimmers, von der Tür aus gesehen. -->






Ein coole Sache an der Hall ist, dass man sich umsonst DVDs ausleihen kann (auch wenn ich das jetzt nicht mehr so cool finde, weil ich die meisten schon kenne oder gar nicht erst gucken will). Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum und einen Fernsehraum, in welchen man theoretisch seine Zeit totschlagen kann (was ich nie mache). Außerdem lernt man natürlich ziemlich schnell Leute kennen, weil alle zu derselben Zeit zum Frühstück und Abendessen gezwungen werden. Allerdings (hab ich wahrscheinlich schon oft erwähnt), sind die meisten Studenten in der Hall Undergraduates und mit denen komme ich irgendwie nicht so gut aus. Das liegt m.E. vor allem daran, dass sie noch so jung sind und gerade erst mit der Uni angefangen haben. Das klaffen die Interessenswelten schonmal weit auseinander (vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich zu langweilig für diese coolen und hippen People bin...naja, ich finde die meisten im Gegenzug auch nicht besonders interessant). Aber ich glaube, dass habe ich alles schonmal gesagt... Es gibt in der Hall auch noch eine Bibliothek, aber die enthält so weit ich es gesehen habe, nicht besonders viele interessante Bücher... Meine Hoffnung in der Hall of Residence würden irgendwelche Rollenspieler wohnen, hat sich nicht erfüllt, jedenfalls habe ich noch keinen solchen getroffen, tja, man kann nicht alles haben. Canterbury Hall kann ja nicht in allen Hinsichten perfekt sein.

<-- Die rechte Seite meines Zimmers, vom unteren Ende des Bettes aus gesehen.








Da der gemeine Student in der Regel eher faul ist (wie jeder weiß), kommt jede Woche an einem Tag die Putzfrau um das Zimmer einmal durchzusaugen und oberflächlich staub zu wischen. Tatsächlich kommt sie sogar jeden Tag um den Müll auszuleeren. Das wichtigste ist jedoch, dass sehr oft das Bad geputzt wird. Und das ich mich nicht darum kümmern muss (was ich dann ja vermutlich - wie man mich kennt - nicht tun würde...). Die Putzpersonal ist - das versteht sich von selbst - durchgängig weiblich und dunkelhäutig, ebenso wie das Küchenpersonal. Die Studenten sind hauptsächlich weiß oder asiatisch... Selbst in einer Hall of Residence kann man also sehen, wer auf der Welt Privilegiert ist und wer nicht.



Mein Schrank... -->

















<-- die "Türseite" meines Zimmers mit meinem einzigen Bücherregal













Der grandiose Blick aus dem Fenster -->

Was ihr da seht, ist der andere Teil des Canterbury Hall Gebäudes. Canterbury Hall ist in zwei Teile (zwei Gebäude die miteinander verbunden sind) geteilt: Die "Canterbury Site" und die "York Site" (ich bin auf der York Site). Einen solchen Blick müssen nicht alle Studenten genießen, ein weiterer Faktor in welchem die Räume sich unterscheiden. Nur die Hälfte der Zimmer ist auf den jeweils anderen Teil der Canterbury Hall gerichtet. Die andere Hälfte genießt den Blick auf den Park oder über die Stadt. Ein großer Spaß ist, dass man theoretisch in alle Räume auf der anderen Seite hineinsehen kann und die andere SEite im Gegenzug ins eigene Zimmer sehen kann. Was wohl ein Grund ist, weshalb fast alle Leute ihre Vorhänge ständig geschlossen haben. Wer möchte schon gerne, dass alle Welt ständig in sein Zimmer sieht? Mir persönlich macht das nicht so viel aus, jedenfalls nicht so viel, dass ich ohne Tageslicht leben wollte. Da ja außerdem alle anderen ihre Vorhänge ständig geschlossen haben muss ich mir weniger Sorgen machen, dass sie mir ins Zimmer gucken (was selbstverständlich nie jemand machen würde: Erstens ist es moralisch verwerflich und zweitens gibt es da ja jetzt auch nicht sooo viel zu sehen....)





<-- Zu guter letzt: Quickbeam...

[Musings] Händchen halten

Das hat jetzt nicht unbedingt was mit England zu tun, ist aber ein kurioses Phänomen auf das ihr einmal achten solltet. Wenn ihr Pärchen auf der Straße Händchen halten seht, achtet mal darauf, welche Person die Hand vorne hat und welche die Hand hinten. In 99 % aller Fälle wird der Mann die Hand vorne und die Frau die Hand hinten haben. Die einfachste Erklärung ist sicherlich, dass Männer normalerweise größer als ihre Partnerinnen sind und das es bequemer ist, wenn der größere Teilnehmer am Händchen halten die Hand vorne hat (was übrigens nicht stimmt: Seitdem wir von diesem Muster wissen, haben Lena und ich es uns zur Gewohnheit gemacht, die Hände genau umgekehrt zu halten, d.h. meine hinten ihre vorne - macht m.E. von der Bequemlichkeit keinerlei Unterschied). Interessant fand ich, als ich das zum erstenmal gehört habe, dass man darauf nie achtet und es einem nicht auffallen würde, wenn man nicht darauf hingewiesen wird, aber es fast jeder (beinahe instinktiv) so macht. Außerdem ist natürlich ebenfalls auffällig, dass man daran erkennt, dass die Männer tatsächlich meistens größer sind als ihre Partnerinnen (es wäre interessant sich einmal anzusehen, wie die Hände gehalten werden, wenn die Partner gleichgroß sind oder die Frau größer als der Mann ist - was ja fast nie vorkommt....). Wenn ihr das nächstemal in der Stadt seit, achtet mal darauf. ICh jedenfalls war verblüfft darüber, dass es fast immer zutrifft. Naja, vielleicht finde das ja auch nur ich interessant...

Sonntag, 10. Februar 2008

Philosoph der Woche








Philosoph der Woche: Bertrand Russell











Knapp war die Abstimmung (4 zu 3 Stimmen), aber Bertrand Russell geht als strahlender Sieger hervor und wird zum Philosophen der Woche gekürt...
Für die nächste Woche schlage ich die folgenden beiden Philosophen vor: John Rawls und Robert Nozick (auch wenn mir das Ergebnis der Abstimmung vermutlich nicht gefallen wird...).

Freitag, 8. Februar 2008

Heimkehr

Hallo an alle! Ich wollte nur mal schnell ankümdigen: Ich werde in der ganzen Zeit vom 18.3. bis zum 23.4. in Bielefeld sein. Wäre cool, so viele von euch wie möglich zu sehen!

Donnerstag, 7. Februar 2008

[Musings] Pancake Day

Ich habe jetzt rausgefunden, dass der Pancakes Day tatsächlich traditionell dem Zweck dient, die süßen und fetten Vorräte mittels des Bereitens und Verschlingens von massig Pfannkuchen am Tag vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch (welcher gestern war) aufzubrauchen (was wohl bedeutet, dass auch Anglikaner eine Fastenzeit haben). Deshalb ist der Pancakes Day auch immer auf einem Dienstag (dem sogenannten "Shrove Tuesday"). Tatsächlich gibt es auch in Frankreich einen entsprechenden Tag, an dem man Pfannkuchen verzehrt. Trotzdem scheint der Pancakes Day heutzutage kein so großes Ding zu sein, sonst hätte man sicherlich mehr davon mitgekriegt. Aber vielleicht haben alle Engländer heimlich und versteckt in ihren Häuser riesige Berge Pfannkuchen gebraten und verspeist, ohne das die außenseitrigen Ausländer davon etwas mitgekriegt hätten. Ich finde das der Pancakes Day eigentlich ein recht netter Brauch ist. So wie an Ostern, wo man einmal im Jahr tausende von Eiern verspeist, wäre es eigentlich nett einen Tag zu haben, an dem man sich nur von Pfannkuchen ernährt (die man dann wahrscheinlich ein ganzes Jahr nicht mehr sehen mag...). Ich glaube ich werde den Tag von nun an als Teil meiner Kultur ansehen...

Dienstag, 5. Februar 2008

Happy Pancake Day!


Für alle die es noch nicht wissen, heute ist Pancake Day. Ich wußte es selber nicht und wenn mich nicht ein paar Leute/Mails darauf hingewiesen hätten, wäre es mir auch nicht aufgefallen. Angeblich essen am Pancakes Day alle Engländer mindestens einen Pancake (vielleicht weil bald die Fastenzeit einsetzt? Aber haben Anglikaner überhaupt eine Fastenzeit?). Aber weder in meiner Hall zum Frühstück, noch in der "Mensa" des LSE gab es irgendwelche Pancakes.
Das war wohl nichts mit dem Pancakes Day...

Sonntag, 3. Februar 2008

Philosoph der Woche








Philosoph der Woche: David Hume











So, es ist entschieden: David Hume wurde von einer überwältigenden Mehrheit zum Philosophen der Woche gewählt (der arme Kant bekam nur eine einzelne vereinsamte Stimme [wer das wohl war?]). Empirismus siegt also...
Für die nächste Woche schlage ich die zwei folgenden Gesellen vor: Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein. Russell war schon mein philosophischer Held bevor ich überhaupt angefangen hatte Philosophie zu studieren. Und ich habe bisher wenige Leute gelesen die es mit seinem Schreibstil haben aufnehmen können. Wittgenstein habe ich erst im Studium "entdeckt" (nicht das ich je sowas wie ein "Wittgensteinianer" geworden wäre) und er hat mich immer in einer bestimmten Weise fasziniert. Also, entscheidet euch...

Strange Camouflage...

Neben Pubs mit ihrem eigenen ganz besonderen und charmanten Aussehen, ist das Stadtbild London's vor allem durch eine weitere Spezies geprägt: Fast Food Restaurants (wobei es natürlich einen riesigen Haufen an normalen Restaurants an jeder Ecke gibt, wobei hier vor allem die Inder praktisch die gesamte Gourmetindustrie Londons beherrschen). Es ist nicht so, dass Fast Food Restaurants (FFR's) nicht etwas vollkommen normales in einer Großstadt wären. Was mir persönlich jedoch seltsam vorkommt, ist wie einige dieser Ketten heutzutage daherkommen. Angeführt von Starbucks, gefolgt von Pret'a'Manger und Cafe Nero, finden sich in London lauter FF-Ketten, die sich dadurch auszeichen, dass sie so tun, als wenn sie ein ganz normales und total gemütliches Cafe oder Restaurant wären (mit Sofas, schniecken Bildern an den Wänden, leise spielender Jazzmusik), gleichzeitig aber typische Charakterzüge eine FFR's an den Tag legen, wie z.B. Papp- und Plastikbecher, Plastikgeschirr in allen Feinheiten, unmotiviertes und unfreundliches Personal in Einheitsuniform, volle und laute Läden, etc. Tatsächlich fühlt man sich m.E. in den meisten Starbuck's oder ähnlichen Läden einfach nicht wie in einem wirklichen Cafe und es ist auch nie so wirklich gemütlich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Kombination aus "Ich will ein FFR sein" und "Ich will ein gemütlicher Ort zum entspannen und erholen sein" einfach kein besonders günstiger Hybrid ist. Pubs hingegen haben ihr ganz eigenes Flair, dass schon eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlt. Ein bißchen so, als würde man in einem großen Wohnzimmer mit langer Theke seinen Abend verbringen. Womit ein ganzer Haufen von Engländern bereits nach der Arbeit anfängt...

Natural History Museum (again...) und Victoria and Albert

Am Wochenende war meine Familie zu Besuch und zu diesem Anlaß haben wir am Samstag zusammen die Museumsecke in South Kensington besucht, wo z.B. auch mein heißgeliebtes Natural History Museum (NHM) ist. Diesmal habe ich auch Fotos vom Museum gemacht, wie man sehen kann. Da meine Mutter sich standhaft weigert, mit der Tube zu fahren, sind mein Bruder, nach unserer Ankunft (meine Familie hatte sich in einer Wohnung außerhalb von London untergebracht, wo ich das Wochenende mit ihnen residiert habe) schonmal zu den Museen vorgefahren und haben uns im NHM die Abteilung Säugetiere angesehen. Da ich die schon gesehen hatte, sind wir zur Unterabteilung "Meeressäuger" gegangen, die ich mir noch nicht angesehen hatte. Ich habe an diesem Tag einige wirklich interessante Dinge über unsere (sehr) entfernten Verwandten im Wasser erfahren: Offenbar haben sich die Meeressäuger aus Landsäugern (die wohl ein bißchen hundmäßig aussehen) entwicklelt, die zurück ins Wasser gegangen sind! Des weiteren jagen Delphine (und andere) mit einer Art Sonar (so wie z.B. Fledermäuse), indem sie Schallwellen ausstoßen und sich dann danach orientieren, wie diese Schallwellen reflektiert werden. Diese Technik reicht auf jedenfall aus um Fische zu fangen. Als letztes dann noch die Information, dass Schallwellen, die von Walen ausgestoßen werden theoretisch um den gesamten Erdball gehen, wenn die Wale tief genug tauchen (weil Wasser Schall sehr viel besser durchlässt als Luft) und die Wale dadurch über die gesamte Erde "kommunizieren" können.
Nach dem NHM waren wir dann noch im Victoria and Albert Museum, welches ein Museum für Design aller Art darstellt. War ebenfalls interessant, für mich allerdings weniger, als das NHM. Wenn man sich jedoch für Design interessiert und gerade in London ist, dann ist das V and A wahrscheinlich eine Adresse die man nicht verpassen sollte.
Auf der Rückfahrt mit dem Zug haben wir dann das wunderbare Panorama der nächtlich beleuchteten Themse bei Nacht genießen können umrandet von Big Ben, Westminster und dem London Eye. Leider habe ich kein Foto davon machen können, aber ich werde mich demnächst mal auf den Weg machen und entsprechendes tun.


<-- Flügel des Natural History Museum, mit im Wind wehender französischer Flagge davor



















--> Hauptgebäude des Natural History Museum

















<-- Tor des Natural History Museum


















--> Tor des Victoria and Albert Mueum













Haupthalle des Natural History Museum von Innen -->