Da ich ja am Wochenende im kontinentalen Europa war, hatte ich das Vergnuegen (jeweils mitten in der Nacht) folgendes Wissen zu erlangen: Wenn man in England einreisen oder ausreisen will, muss man *IMMER* eine Passkontrolle durchlaufen, egal ob man gerade aus dem kontinentalen Europa kommt oder dorthin geht. Man steht dann mitten in der Nacht in einer ellenlange Schlange und kommt sich vor, als wuerde man in was-weiss-ich fuer ein Land einreisen oder als versuchte man aus politischen Gruenden aus England zu fliehen. Bin ich froh, dass ich einen deutschen Pass habe (auch wenn das Bild in meinem Pass schon so alt ist, dass ich WEDER einen Bart, NOCH lange Haare habe und mich die grossartigen Waechter der britischen Zivilisation deshalb misstrauisch anblickten). Die Briten braten hier mal wieder eine laestige Extrawurst, vielleicht weil sie so Paranoid sind...
Auch die andere Extrawurst, der britische Pfund ist wirklich nervig. Zwar habe ich mich nun endlich darin einarbeiten koennen, welches Geldstueck wie viel wert ist, aber erstens ist dieses Geld nicht besonders huebsch und zweitens macht es alles teuer und kompliziert!!! Wenn man sich selbst Geld aus Kontinentaleuropa, dass in schoenen Euros ausgestellt wird, auf ein britisches Konto ueberweist, verliert man erstmal so 1 % des Geldes nur durch den Wechsel (naja vielleicht ist es auch weniger, aber trotzdem...). Dann sind hier auch noch alle Produkte teurer - meistens hat man das Gefuehl, dass der Preis in Euros eins zu eins uebertragen ist in Pfund, nur dass man halt in Pfund zahlt, statt in Euros und das Pfund mehr wert ist. Ein Beispiel: Eine Pizza der einfachsten Sorte kostet hier c.a. 5 £, in Deutschland 5 €. Da das Pfund aber mehr wert ist, kostet hier die Pizza ungefaehr 7,50 in €...
Klar, fuer die Briten ist das alles kein Problem, die verdienen ja auch Pfund und nicht Euro (was lustig ist, weil hier ein normaler Lohn fuer unqualifizierte Arbeitskraefte bei c.a. 8 £ liegt, im Gegensatz zu Deutschland, wo er meines Wissens so bei 8 € liegt), aber das bringt mir als Nicht-Brite natuerlich herzlich wenig. Mein Stipendium wird in Euro ausgezahlt, was bedeutet, dass ich im Vergleich weniger Geld habe.
Vor allem die Mietpreise sind hier vollkommen uebertrieben. Mein gesamtes Geld vom Stipendium geht allein fuer die monatliche Miete drauf...
Hmm, war das jetzt wirr oder kann man mich verstehen? Naja, dass was erstmal wieder aus der Welt der Marotten des britischen Empires. Bis zum naechstenmal, Ihr...
Dienstag, 30. Oktober 2007
Montag, 29. Oktober 2007
Back for good
Hallo liebe Leute,
Die unter euch, die noch nicht aufgegeben haben, ab und zu in meinen Blog zu sehen, werden gemerkt haben, dass ich schon seit langer Zeit (20 Tagen um genau zu sein), nichts mehr gepostet habe. Das hat verschiedene Gruende. Zum einen bin ich einfach Faul geworden. Nachdem die anfaengliche Aufregung und uebermaessige Reizueberflutung erst einmal ein wenig abgeklungen war, war die Motivation meinerseits einfach nicht mehr so hoch, hier staendig Seitenweise aus meinem Leben zu posten. Dem werde ich jedoch versuchen entgegenzuwirken und auch mal kuerzere Sachen zu posten. Der zweite Grund ist, dass ich momentan wirklich mit Arbeit ueberhaeuft bin. Ich habe jede Woche c.a. 7-8 Papers zu lesen, was meistens auf c.a. 200 Seiten zusammen summiert werden kann. Klar, dass ist ungefaehr das gleiche, wie ich waehrend der BAs bewaeltigen musste (da ich Streber ja immer alle Texte fuer alle Seminare gelesen habe), der Unterschied ist jedoch, dass es hier ausserdem noch schoene Essays auf Englisch gibt, die einem aufgebrummt werden, ich ausserdem fuer jeden Text inzwischen ausfuehrliche Notizen versuche zu machen (d.h. ich versuche herauszuschreiben, was die These, was die Argumente sind) und ich ausserdem jetzt bereits Literatur waelzen muss, um mir ein Thema fuer meine Masterarbeit zurechtzuschnitzen. Denn eine Praesentation dieses Themas + den eigenen Argumentationsverlauf ist im naechsten Term schon faellig... Meine Wahl faellt momentan auf das Feld "Rationalitaet - Normativ oder Deskriptiv", aber so breit sollte das Thema irgendwie nicht bleiben. Also bin ich fleissig am lesen...
Dieses W0chenende habe ich Lena in Paris besucht, was wirklich eine entspannende Sache war. Freitag waren wir im Louvre, wo der Eintritt Freitag Abends fuer Menschen unter 25 frei ist. Wir haben die aegyptische Ausstellung angesehen, auch wenn ich sagen muss, dass ich lieber (wenn man schonmal im Louvre ist!), die Ausstellung der italienischen Meister, mit natuerlich dazu gehoerender Mona Lisa gesehen haette. Aber es gibt ja noch ein naechstes mal an einem anderen Freitag. Samstag waren wir dann noch im Monsourris (hoffe jedenfalls, dass ich den Namen richtig in Erinnerung behalten habe). Dabei handelt es sich um ein Stadtviertel, dass bis zum Mittelalter ein Sumpf war, der dann von Moenchen (Benediktiner oder Dominikaner) trockengelegt wurde. Im 17./18. Jahrhundert hatte dieses Viertel seine Hochzeit, als Schwaerme von Adligen dort einfielen und ihre Prunkvillen erichteten und dort die Salonkultur zu ihrem Hoehepunkt kultivierten. Zwar wurde das Viertel danach etwas vernachlaessigt, aber zum Glueck haben die Franzosen erkannt, dass man ein solches Viertel voll schoener Gebaeude nicht verkommen lassen kann und alles von Grundauf renoviert. Seit den 70er ist es zudem ein Szeneviertel, in dem lauter hippe und junge Leute verkehren und in dem die Miete ins Unbezahlbare steigen... Aber der der das geschrieben hat, hat wahrscheinlich noch nie in London gelebt. Merkt euch folgendes: Kontinental Europa ist billig!!! Man wuerde wirklich einiges dafuer geben, hier Preise wie in Berlin zu haben. Naja, dass Monsourris Viertel ist auf jedenfall sehr huebsch und wird von mir an dieser Stelle ausdruecklich zu einem Besuch empfohlen.
Am Wochenende vor diesem Wochenende habe ich es auch endlich mal geschafft, wenigstens eine der beiden Tates, die Tate Britain zu besichtigen. Bin am Sonntag mit einigen Leuten aus meinem Flur dorthin aufgebrochen. Ich muss jedoch feststellen, dass ich wirklich und tatsaechlich ein Kunstbanause bin und lieber bei Theater, Film und Literatur bleiben sollte. Ich weiss, dass einige Leute jetzt sagen werden, dass man sich halt ein wenig auskennen muss, um gemalte und skulptuerliche Kunst wirklich geniessen zu koennen, aber ich bezweifle diesen Sachverhalt in Verbindung mit meiner Person. Wenn ich mir Bilder oder Skulpturen ansehe, dann passiert es hoechstens in einem von 10000 Faellen, dass mich das Gesehene wirklich anspricht, dass es etwas in mir ausloest. Ich glaube Fotos sprechen mich mehr an (ich erinnere mich gerade daran, wie wir uns die Fotoausstellung in Berlin angesehen haben und ich erinnere mich auch, dass mir das wirklich gefallen hat). Naja, es war trotzdem ganz nett. Ich habe mir als naechstes kultuerliches Event jedoch erstmal etwas theatrigeres vorgenommen (momentan laeuft MacBeth mit Patrick Stewart als MacBeth in London, dass wollte ich mir eigentlich ansehen, aber ich muss dazu erstmal meine Finanzen checken).
Tja, zur Uni ist zu sagen, dass sich der Unterricht eigentlich gar nicht so stark von Deutschland unterscheidet (ausser, dass man mehr lesen muss) und ich bemuehe mich auch fleissig, mich zu beteiligen. Es kommt mir nicht so vor, als ob die Lehre hier (qualitativ) unbedingt viel besser ist, als in Bielefeld, auch wenn ich sagen muss, dass mir das System, jede Woche eine Ueberblicksvorlesung zu haben und dann ein vertiefendes Seminar, besser gefaellt, als nur ein Seminar zu haben. Sollte in Deutschland m.E. auch in Erwaegung gezogen werden. Die Kurse sind hier auch viel genereller als in Deutschland (es gibt nicht "Aristoteles Politik" oder "Kripkes Naming and Necessity, sondern nur genrelle Kurse wie "Sprachphilosophie", "Politische Philosophie", etc.), was ich zumindest fuer den BA sinnvoller finde, weil die Leute so tatsaechlich einen guten Ueberblick ueber die Themen, Positionen und Methoden bekommen. Ich denke wenn meine Kurse zuende sind, dann habe ich einen relativ guten Ueberblick ueber die Debatten, die in den jeweiligen Themenfelder gefuehrt werden. Erscheint mir sinnvoller, als genau zu wissen, was in einem bestimmten Buch von einem bestimmten Autor ueber ein bestimmtes Thema steht.
Die Universitaet kommt mir auch ueberhaupt nicht "Elite" maessig vor. Na klar, man weiss, dass es das LSE ist, etc., aber wenn man auf dem Campus ist, koennte es auch eine andere Uni, z.B. Bielefeld sein. Klar, hier sind einige der kluegsten Koepfe der Welt in bestimmten Faechern, etc., aber trotzdem...
So, nach diesen Ausfuehrungen wende ich mich jetzt wieder dem Essay zu an dem ich gerade herumschreibe. Ich werde versuchen, zumindest alle paar Tage ein paar Zeilen "Trivia" niederzschreiben. Mal sehen, wie mir das gelingt. Bis dahin wuensche ich einen schoenen Abend und "Sauber bleiben".
Die unter euch, die noch nicht aufgegeben haben, ab und zu in meinen Blog zu sehen, werden gemerkt haben, dass ich schon seit langer Zeit (20 Tagen um genau zu sein), nichts mehr gepostet habe. Das hat verschiedene Gruende. Zum einen bin ich einfach Faul geworden. Nachdem die anfaengliche Aufregung und uebermaessige Reizueberflutung erst einmal ein wenig abgeklungen war, war die Motivation meinerseits einfach nicht mehr so hoch, hier staendig Seitenweise aus meinem Leben zu posten. Dem werde ich jedoch versuchen entgegenzuwirken und auch mal kuerzere Sachen zu posten. Der zweite Grund ist, dass ich momentan wirklich mit Arbeit ueberhaeuft bin. Ich habe jede Woche c.a. 7-8 Papers zu lesen, was meistens auf c.a. 200 Seiten zusammen summiert werden kann. Klar, dass ist ungefaehr das gleiche, wie ich waehrend der BAs bewaeltigen musste (da ich Streber ja immer alle Texte fuer alle Seminare gelesen habe), der Unterschied ist jedoch, dass es hier ausserdem noch schoene Essays auf Englisch gibt, die einem aufgebrummt werden, ich ausserdem fuer jeden Text inzwischen ausfuehrliche Notizen versuche zu machen (d.h. ich versuche herauszuschreiben, was die These, was die Argumente sind) und ich ausserdem jetzt bereits Literatur waelzen muss, um mir ein Thema fuer meine Masterarbeit zurechtzuschnitzen. Denn eine Praesentation dieses Themas + den eigenen Argumentationsverlauf ist im naechsten Term schon faellig... Meine Wahl faellt momentan auf das Feld "Rationalitaet - Normativ oder Deskriptiv", aber so breit sollte das Thema irgendwie nicht bleiben. Also bin ich fleissig am lesen...
Dieses W0chenende habe ich Lena in Paris besucht, was wirklich eine entspannende Sache war. Freitag waren wir im Louvre, wo der Eintritt Freitag Abends fuer Menschen unter 25 frei ist. Wir haben die aegyptische Ausstellung angesehen, auch wenn ich sagen muss, dass ich lieber (wenn man schonmal im Louvre ist!), die Ausstellung der italienischen Meister, mit natuerlich dazu gehoerender Mona Lisa gesehen haette. Aber es gibt ja noch ein naechstes mal an einem anderen Freitag. Samstag waren wir dann noch im Monsourris (hoffe jedenfalls, dass ich den Namen richtig in Erinnerung behalten habe). Dabei handelt es sich um ein Stadtviertel, dass bis zum Mittelalter ein Sumpf war, der dann von Moenchen (Benediktiner oder Dominikaner) trockengelegt wurde. Im 17./18. Jahrhundert hatte dieses Viertel seine Hochzeit, als Schwaerme von Adligen dort einfielen und ihre Prunkvillen erichteten und dort die Salonkultur zu ihrem Hoehepunkt kultivierten. Zwar wurde das Viertel danach etwas vernachlaessigt, aber zum Glueck haben die Franzosen erkannt, dass man ein solches Viertel voll schoener Gebaeude nicht verkommen lassen kann und alles von Grundauf renoviert. Seit den 70er ist es zudem ein Szeneviertel, in dem lauter hippe und junge Leute verkehren und in dem die Miete ins Unbezahlbare steigen... Aber der der das geschrieben hat, hat wahrscheinlich noch nie in London gelebt. Merkt euch folgendes: Kontinental Europa ist billig!!! Man wuerde wirklich einiges dafuer geben, hier Preise wie in Berlin zu haben. Naja, dass Monsourris Viertel ist auf jedenfall sehr huebsch und wird von mir an dieser Stelle ausdruecklich zu einem Besuch empfohlen.
Am Wochenende vor diesem Wochenende habe ich es auch endlich mal geschafft, wenigstens eine der beiden Tates, die Tate Britain zu besichtigen. Bin am Sonntag mit einigen Leuten aus meinem Flur dorthin aufgebrochen. Ich muss jedoch feststellen, dass ich wirklich und tatsaechlich ein Kunstbanause bin und lieber bei Theater, Film und Literatur bleiben sollte. Ich weiss, dass einige Leute jetzt sagen werden, dass man sich halt ein wenig auskennen muss, um gemalte und skulptuerliche Kunst wirklich geniessen zu koennen, aber ich bezweifle diesen Sachverhalt in Verbindung mit meiner Person. Wenn ich mir Bilder oder Skulpturen ansehe, dann passiert es hoechstens in einem von 10000 Faellen, dass mich das Gesehene wirklich anspricht, dass es etwas in mir ausloest. Ich glaube Fotos sprechen mich mehr an (ich erinnere mich gerade daran, wie wir uns die Fotoausstellung in Berlin angesehen haben und ich erinnere mich auch, dass mir das wirklich gefallen hat). Naja, es war trotzdem ganz nett. Ich habe mir als naechstes kultuerliches Event jedoch erstmal etwas theatrigeres vorgenommen (momentan laeuft MacBeth mit Patrick Stewart als MacBeth in London, dass wollte ich mir eigentlich ansehen, aber ich muss dazu erstmal meine Finanzen checken).
Tja, zur Uni ist zu sagen, dass sich der Unterricht eigentlich gar nicht so stark von Deutschland unterscheidet (ausser, dass man mehr lesen muss) und ich bemuehe mich auch fleissig, mich zu beteiligen. Es kommt mir nicht so vor, als ob die Lehre hier (qualitativ) unbedingt viel besser ist, als in Bielefeld, auch wenn ich sagen muss, dass mir das System, jede Woche eine Ueberblicksvorlesung zu haben und dann ein vertiefendes Seminar, besser gefaellt, als nur ein Seminar zu haben. Sollte in Deutschland m.E. auch in Erwaegung gezogen werden. Die Kurse sind hier auch viel genereller als in Deutschland (es gibt nicht "Aristoteles Politik" oder "Kripkes Naming and Necessity, sondern nur genrelle Kurse wie "Sprachphilosophie", "Politische Philosophie", etc.), was ich zumindest fuer den BA sinnvoller finde, weil die Leute so tatsaechlich einen guten Ueberblick ueber die Themen, Positionen und Methoden bekommen. Ich denke wenn meine Kurse zuende sind, dann habe ich einen relativ guten Ueberblick ueber die Debatten, die in den jeweiligen Themenfelder gefuehrt werden. Erscheint mir sinnvoller, als genau zu wissen, was in einem bestimmten Buch von einem bestimmten Autor ueber ein bestimmtes Thema steht.
Die Universitaet kommt mir auch ueberhaupt nicht "Elite" maessig vor. Na klar, man weiss, dass es das LSE ist, etc., aber wenn man auf dem Campus ist, koennte es auch eine andere Uni, z.B. Bielefeld sein. Klar, hier sind einige der kluegsten Koepfe der Welt in bestimmten Faechern, etc., aber trotzdem...
So, nach diesen Ausfuehrungen wende ich mich jetzt wieder dem Essay zu an dem ich gerade herumschreibe. Ich werde versuchen, zumindest alle paar Tage ein paar Zeilen "Trivia" niederzschreiben. Mal sehen, wie mir das gelingt. Bis dahin wuensche ich einen schoenen Abend und "Sauber bleiben".
Dienstag, 9. Oktober 2007
Back to Business...
So, da bin ich wieder... Ich war in den letzten Tag wirklich viel zu faul, oder aber auch zu überlastet, um an dieser Stelle etwas zu posten. Aber ich nutze jetzt mal die ruhige Minute, bevor ich ins Bett gehe, um ein oder zwei Dinge zu schreiben.
Nachdem letzte Woche vollgestopft war mit Einführungsveranstaltungen und vergeblichen Versuchen Bankkonten zu eröffnen, hat diese Woche die Uni mit einem Paukenschlag begonnen, was heißt: Ich hatte gestern vier Vorlesungen an einem Tag und die letzte restliche Woche habe ich außer mit Einführungsveranstaltungen damit verbracht, mich auf diese Woche lesend vorzubereiten.
Da ich noch nichts zur Fakultät und den Leuten gesagt habe, vielleicht ein paar Worte dazu vorab. Also: Letzte Woche war am Donnerstag die Induction für alle Graduates, mit anschließendem "Dinner" (es gab, ganz stilvoll, Sandwiches). Das "Dinner" lief ungefähr so ab, dass man in einem halbformalen, halb lässigen Ambiente von einem Kommilitonen zum nächsten lief und die üblichen eisernen Fragen (bla, bla, bla) abzuklappern, was aber manchmal - wieder allen erwartens - doch auch in nette Gespräche mündete. Die meisten meiner mit Masterstudenten haben keinerlei philosophischen Hintergrund, was die Vermutung nahe legt, dass ich ihnen was voraus habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das irgendetwas hilft, ich persönlich sehe mich jedenfalls noch nicht in irgendeinem Seminar irgendetwas cleveres sagen... Aber vielleicht habe ich das ja auch in Bielefeld nie getan... Tja, bei dem Dinner wurden auch gleich meine Hoffnungen, ich könnte vielleicht meine MSc Dissertation über Globale Gerechtigkeit schreiben, zerstört, weil mein Supervisor meinte, dass das doch irgendwie nicht so sehr mit "Philosophy of the Social Sciences" verbunden sei... Tja, dann werde ich wohl bei Rationalität und Gründen bleiben :-). Meine derzeitigen Überlegungen gehen in die Richtung "Was sind gute Gründe?", in der Hoffnung, mich damit heimlich in die Metaethik schleichen zu können. Aber vielleicht ist Metaethik selbst ja gar nicht mar so fernliegend... Tja, ich werd wohl mit meinem Supervisor reden müssen.
Am Freitag Abend, wurde dann dasselbe Ritual in einem informelleren Setting (in einer Bar) wiederholt, so dass man wieder zwischen Leuten hin und her rennen konnte und sich über dieses und jenes austauschen konnte. Ich habe auf jedenfall ein paar nette Leute kennengelernt, aber wie sich das hier so "social relations" mäßig entwickeln wird, ist noch überhaupt nicht absehbar. Naja, ich habe die PArty dann auf jedenfall mit drei Jungs (einer aus Hong Kong, einer aus Singapur und einer aus den U.S.A. verlassen und wir haben ein Restaurant aufgesucht, um dort zu speisen. War auf jedenfall ein netter Abend, dass muss ich schon sagen.
Meinen Samstag habe ich damit verbracht, in der Bibliothek zu sitzen und mich vorzubereiten, ebenso wie den Sonntag. Das einzige Spannende, was Samstag passiert ist, ist, dass ich meine Wäsche gewaschen habe...
Tja, dann fing die Woche an und ich hatte am Montag gleich mal alle meine 4 Vorlesungen, was einigermaßen anstrengend war. Die positive Nachricht ist, dass es in den Vorlesungen eigentlich nichts gibt, was ich nicht verstehe, dass Englisch dürfte also kein Problem darstellen. Bald stehen auch schon die ersten Essays an, und ich hab ehrlich gesagt noch keinen Schimmer, worüber ich schreiben möchte... Lustigerweise machen wir im Philosophy, Morality and Politics Kurs gerade Aristoteles Ethik (deshalb bin ich immer amüsiert in Romys Skypestatus Kommentare zu Aristoteles zu lesen) und ich bin total verwirrt über die Frage, was ein "glückliches" (happy) Leben ist. In dem Artikel den wir dazu gelesen haben, wurde eines dieser typischen Beispiele vorgestellt von wegen: Stellt euch diesen MAnn vor, der glaubt, die beste aller Beziehungen zu haben, dass alles auch so wahrnimmt, etc., aber er täuscht sich, und seine Freundin betrügt ihn. Würden wir nicht sagen, dass er kein happy life hat? Da setzt es bei mir jetzt aus, weil ich irgendwie die Intuition überhaupt nicht mehr teilen kann, dass der Mann KEIN glückliches Leben hat. Natürlich hat er ein happy life, er ist doch happy oder? Vielleicht ist sein Leben nicht gut oder nicht valuable, aber happy ist es doch ganz bestimmt? Worin sollte ein happy life denn sonst bestehen, als darin, dass man ein Leben hat, mit dem man happy ist? Ich habe auf jedenfall die Überzeugung gewonnen, dass hier einfach das Konzept von einem guten (oder wertvollen) Leben und das Konzept von einem glücklichen Leben vermischt werden. Naja, ich muss wohl darüber nachdenken...Vielleicht schreibe ich ja darüber... Die Professoren scheinen alle ganz nett zu sein, und man redet hier die Professoren (jedenfalls als Grad.), eigentlich immer mit Vornamen an. Soviel dazu *ähmm*
Tja, von London habe ich leider in letzter Zeit nicht mehr so viel gesehen. Auf meiner Liste stehen momentan zwar noch einige Dinge (Covent Gardens, Camden Market, National Portait Gallery, Tate Modern, Tate Britain, nochmal British Library, British Museum...), aber ich weiß einfach nicht, wann ich da hingehen soll. Vielleicht setzte ich mir einfach einen Tag, an dem ich nur den halben Tag über Büchern hocke, und die restliche Zeit damit verbringe, London zu erkunden. Meine Position zu London hat sich mittlerweise in soweit geändert, dass mir die Stadt einfach ein bißchen zu groß, zu laut, zu hektisch und zu teuer ist. Natürlich hat die Stadt ein riesenhaftes Angebot, aber mal ehrlich: Ich bin ein Stubenhocker...Naja und die Arbeitsbelastung macht es einem auch nicht unbedingt einfacher.
Ich habe inzwischen sogar ernsthaft in Erwägung gezogen, mich um eine Promotion in *damm dumm damm dumm* Cambridge oder Oxford *dumm dumm dumm dummm daaaaaa* zu bewerben, aber dies steht wohl noch in einiger Ferne in den Sternen geschrieben (oder so ähnlich). Denn erstes weiß ich nicht worüber ich promovieren will und zweitens will mich ja ohnehin keiner haben... Oh, mein Selbstbewusstsein, mein Selbstbewusstsein.... :-)
Ansonsten lebt es sich hier so vor sich hin. Ich habe das Gefühl, schon eine Ewigkeit hier zu sein, dabei sind es erst 3 Wochen... In London regnet es übrigens...und es ist kalt. Nur den Nebel habe ich noch nicht gesehen.
So, dass wären erstmal die Nachrichten aus dem großartigen London. Wenn ich wieder Zeit und Lust finde und es was "aufregendes" zu erzählen gibt, dann poste ich es sofort! :-) Ansonsten sende ich meine Grüße an all euch netten Leute da draußen und sage, bis bald!
Nachdem letzte Woche vollgestopft war mit Einführungsveranstaltungen und vergeblichen Versuchen Bankkonten zu eröffnen, hat diese Woche die Uni mit einem Paukenschlag begonnen, was heißt: Ich hatte gestern vier Vorlesungen an einem Tag und die letzte restliche Woche habe ich außer mit Einführungsveranstaltungen damit verbracht, mich auf diese Woche lesend vorzubereiten.
Da ich noch nichts zur Fakultät und den Leuten gesagt habe, vielleicht ein paar Worte dazu vorab. Also: Letzte Woche war am Donnerstag die Induction für alle Graduates, mit anschließendem "Dinner" (es gab, ganz stilvoll, Sandwiches). Das "Dinner" lief ungefähr so ab, dass man in einem halbformalen, halb lässigen Ambiente von einem Kommilitonen zum nächsten lief und die üblichen eisernen Fragen (bla, bla, bla) abzuklappern, was aber manchmal - wieder allen erwartens - doch auch in nette Gespräche mündete. Die meisten meiner mit Masterstudenten haben keinerlei philosophischen Hintergrund, was die Vermutung nahe legt, dass ich ihnen was voraus habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das irgendetwas hilft, ich persönlich sehe mich jedenfalls noch nicht in irgendeinem Seminar irgendetwas cleveres sagen... Aber vielleicht habe ich das ja auch in Bielefeld nie getan... Tja, bei dem Dinner wurden auch gleich meine Hoffnungen, ich könnte vielleicht meine MSc Dissertation über Globale Gerechtigkeit schreiben, zerstört, weil mein Supervisor meinte, dass das doch irgendwie nicht so sehr mit "Philosophy of the Social Sciences" verbunden sei... Tja, dann werde ich wohl bei Rationalität und Gründen bleiben :-). Meine derzeitigen Überlegungen gehen in die Richtung "Was sind gute Gründe?", in der Hoffnung, mich damit heimlich in die Metaethik schleichen zu können. Aber vielleicht ist Metaethik selbst ja gar nicht mar so fernliegend... Tja, ich werd wohl mit meinem Supervisor reden müssen.
Am Freitag Abend, wurde dann dasselbe Ritual in einem informelleren Setting (in einer Bar) wiederholt, so dass man wieder zwischen Leuten hin und her rennen konnte und sich über dieses und jenes austauschen konnte. Ich habe auf jedenfall ein paar nette Leute kennengelernt, aber wie sich das hier so "social relations" mäßig entwickeln wird, ist noch überhaupt nicht absehbar. Naja, ich habe die PArty dann auf jedenfall mit drei Jungs (einer aus Hong Kong, einer aus Singapur und einer aus den U.S.A. verlassen und wir haben ein Restaurant aufgesucht, um dort zu speisen. War auf jedenfall ein netter Abend, dass muss ich schon sagen.
Meinen Samstag habe ich damit verbracht, in der Bibliothek zu sitzen und mich vorzubereiten, ebenso wie den Sonntag. Das einzige Spannende, was Samstag passiert ist, ist, dass ich meine Wäsche gewaschen habe...
Tja, dann fing die Woche an und ich hatte am Montag gleich mal alle meine 4 Vorlesungen, was einigermaßen anstrengend war. Die positive Nachricht ist, dass es in den Vorlesungen eigentlich nichts gibt, was ich nicht verstehe, dass Englisch dürfte also kein Problem darstellen. Bald stehen auch schon die ersten Essays an, und ich hab ehrlich gesagt noch keinen Schimmer, worüber ich schreiben möchte... Lustigerweise machen wir im Philosophy, Morality and Politics Kurs gerade Aristoteles Ethik (deshalb bin ich immer amüsiert in Romys Skypestatus Kommentare zu Aristoteles zu lesen) und ich bin total verwirrt über die Frage, was ein "glückliches" (happy) Leben ist. In dem Artikel den wir dazu gelesen haben, wurde eines dieser typischen Beispiele vorgestellt von wegen: Stellt euch diesen MAnn vor, der glaubt, die beste aller Beziehungen zu haben, dass alles auch so wahrnimmt, etc., aber er täuscht sich, und seine Freundin betrügt ihn. Würden wir nicht sagen, dass er kein happy life hat? Da setzt es bei mir jetzt aus, weil ich irgendwie die Intuition überhaupt nicht mehr teilen kann, dass der Mann KEIN glückliches Leben hat. Natürlich hat er ein happy life, er ist doch happy oder? Vielleicht ist sein Leben nicht gut oder nicht valuable, aber happy ist es doch ganz bestimmt? Worin sollte ein happy life denn sonst bestehen, als darin, dass man ein Leben hat, mit dem man happy ist? Ich habe auf jedenfall die Überzeugung gewonnen, dass hier einfach das Konzept von einem guten (oder wertvollen) Leben und das Konzept von einem glücklichen Leben vermischt werden. Naja, ich muss wohl darüber nachdenken...Vielleicht schreibe ich ja darüber... Die Professoren scheinen alle ganz nett zu sein, und man redet hier die Professoren (jedenfalls als Grad.), eigentlich immer mit Vornamen an. Soviel dazu *ähmm*
Tja, von London habe ich leider in letzter Zeit nicht mehr so viel gesehen. Auf meiner Liste stehen momentan zwar noch einige Dinge (Covent Gardens, Camden Market, National Portait Gallery, Tate Modern, Tate Britain, nochmal British Library, British Museum...), aber ich weiß einfach nicht, wann ich da hingehen soll. Vielleicht setzte ich mir einfach einen Tag, an dem ich nur den halben Tag über Büchern hocke, und die restliche Zeit damit verbringe, London zu erkunden. Meine Position zu London hat sich mittlerweise in soweit geändert, dass mir die Stadt einfach ein bißchen zu groß, zu laut, zu hektisch und zu teuer ist. Natürlich hat die Stadt ein riesenhaftes Angebot, aber mal ehrlich: Ich bin ein Stubenhocker...Naja und die Arbeitsbelastung macht es einem auch nicht unbedingt einfacher.
Ich habe inzwischen sogar ernsthaft in Erwägung gezogen, mich um eine Promotion in *damm dumm damm dumm* Cambridge oder Oxford *dumm dumm dumm dummm daaaaaa* zu bewerben, aber dies steht wohl noch in einiger Ferne in den Sternen geschrieben (oder so ähnlich). Denn erstes weiß ich nicht worüber ich promovieren will und zweitens will mich ja ohnehin keiner haben... Oh, mein Selbstbewusstsein, mein Selbstbewusstsein.... :-)
Ansonsten lebt es sich hier so vor sich hin. Ich habe das Gefühl, schon eine Ewigkeit hier zu sein, dabei sind es erst 3 Wochen... In London regnet es übrigens...und es ist kalt. Nur den Nebel habe ich noch nicht gesehen.
So, dass wären erstmal die Nachrichten aus dem großartigen London. Wenn ich wieder Zeit und Lust finde und es was "aufregendes" zu erzählen gibt, dann poste ich es sofort! :-) Ansonsten sende ich meine Grüße an all euch netten Leute da draußen und sage, bis bald!
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Das Ende einer Odysee
Hallo liebe Leute und willkommen zu einer neuen Episode von "Sebastian in London".
Gestern habe ich versucht ein Bankkonto zu eroeffnen. Vorab erstmal: Jeder, dem man in London begegnet und dem man sagt, dass man versucht ein Bankkonto zu eroeffnen, wirft einem mitleidige Blicke zu. Denn "eigentlich" ist es ziemlich schwierig. Man braucht dazu z.B. eine Rechnung oder einen Bankkontoauszug die bescheinigt, dass man die letzten, sagen wir 2 Monatsmieten bezahlt hat. Lustigerweise braucht man dazu ja eigentlich ein Konto in England...Naja zum Glueck bietet die Bank NatWest direkt im Keller des Hauptgebaeudes des LSE einen Service nur fuer Studenten an, dass man bei ihnen ein Konto eroeffnen kann. Ich war bereits am Montag da, aber da sagten sie mir, dass sie einfach schon zu voll seien und gaben mir einen Zettel mit einer Nummer drauf, mit der Bitte, dass ich doch am Mittwoch wiederkommen solle. Also kam ich am Mittwoch wieder. Leider hatte ich den lustigen kleinen Zettel mit der Nummer zuhause in meinem Zimmer vergessen, weshalb der Typ am Eingang (der Tuersteher quasi), mich nicht reinlassen wollte. Er war aber so nett und sagte: Hey, komm doch einfach so gegen 11.30 (es war 10:00 oder so) wieder, dann ist bestimmt was frei. Als ich dann um 11.30 wiederkam, war natuerlich nichts frei...Also sagte der Typ zu mir: Naja, komm einfach um 17 Uhr wieder, da ist bestimmt was frei. Als ich dann um 17.00 Uhr wiederkam, war - Ueberraschung - natuerlich nichts frei. Der Typ am Eingang sagte diesmal: Komm einfach morgen um 9.30 wieder. 9.30 ist so frueh, kein Student steht so frueh auf und kommt her um ein Bankkonto zu eroeffnen. Nun ja, vielleicht haette ich ihm sagen sollen, dass das Fruehstueck in meiner Hall um 8.00 ist und das viele Studenten um diese Zeit aufstehen und das ausserdem die Wahrscheinlichkeit, dass um 9.30 niemand kommt, wenn er allen Leuten, die er wegschickt sagt, dass um 9.30 niemand kommt, bedeutend schrumpft...Naja, Gluecklicherweise, handelte es sich bei der Aussage des Tuersteher nicht um eine selfwiederlegende Aussage, so dass ich heute morgen um 9.30 tatsaechlich ein Konto eroeffnen konnte. Es beinhaltet allerlei Schnickschnack, wobei auch so nuetzliche Gimmicks, wie eine Creditcart dabei sind und die Moeglichkeit, zum halben Preis ins Kino zu gehen und 1/3 des Preises bei Zugreisen in Grossbritannien zu sparen. So, it's actually not quite bad...
Kommen wir zur Uni. Actually, I have my Induction today at 11.30. Ich bin also sehr gespannt darauf, wer meine MSc Kameraden sind und wie sie so drauf sind. Ich habe ja bisher immer mit dem Vorteil gelebt, dass Leute, die Philosophie studieren immer nett und interessant sein muessen, einfach, weil sie Philosophie studieren. Mal sehen, ob sich dieses Vorurteil bestaetigt. Die Uni selbst ist eine Campusuni, die direkt im Zentrum der Stadt liegt. Es scheint hier Leute zu geben, die nett sind, auch wenn ich einen Polen kennengelernt habe, der hier im dritten Jahr Internationale Beziehungen studiert und der meinte, dass die meisten Studenten Idioten sind (ok, er sagte, dass es ziemlich viele Idioten am LSE gibt, aber ich hab grad gemerkt, dass sich meine vorherige Aussage und seine Aussage gar nicht widersprechen, also von daher...). Es gibt tatsaechlich - dass muss ich hier einfach mal sagen - ueberdurchschnittlich viele huebsche Maedchen und ueberdurchschnittlich viele gestylte Menschen, was wahrscheinlich daran liegt, dass es hier ueberdurchschnittlich viele Leute gibt, die Geld haben (ich weiss auch nicht genau, wo der Kausalzusammenhang liegt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen gibt). All dieses Tatsache beeindrucken mich jedoch nicht besonders bisher.
Die Professoren sollen ganz nett sein (der Pole meinte, dass sein IR-Professor, der wohl ein ziemlich hohes Tier in der IR (international relations) Forschung ist, ihn eingeladen hat, ihn in Barcelona zu wohnen, aber vielleicht ist der Pole ja auch ein Genie und hat seinen Professor ziemlich beeindruckt...). Bei der General Induction hat sich der Director auf jeden Fall mit den Worten vorgestellt: Hey, ich bin Harold So und So (hab den Namen vergessen), aber ich ziehe es vor mit Harold angeredet zu werden. Aber ihr muesst mir verzeihen, wenn ich mir - bei 8000 Studenten hier am LSE - eure Vornamen nicht merken kann...bis naechste Woche Freitag. Der Campus ist wirklich huebsch, einige der Gebaeude sind alte Theater (die General Induction war in einem Theater, dass tatsaechlich noch wie ein Theater aufgebaut ist. ICh vermute, dass dort die Vortraege sein werde. Letztens war uebrigens Alan Greenspan hier am LSE und hat einen Vortrag gehalten (vielleicht hat er auch nur sein neues Buch vorgestellt) und es haben 1000(!) Leute versucht eine Karte zu bekommen (es gab 400) und einige haben sich bereits um 5 Uhr morgens in die Schlange gestellt...). Leider habe ich noch keine Moeglichkeit entdeckt, wo man guenstig zu Mittag essen kann. Es gibt ein Cafe extra fuer LSE Studenten, in dem man auch Lunch zu sich nehmen kann, aber das (!)superbillig(!) Angebot dieses Cafes ist: 4.55£ (!) fuer ein vegetarisches Mittagessen. Da sehnt man sich doch glatt nach der Bielefelder Mensa.
Heute und morgen ist auf dem Campus "Fresher Faire", bei dem sich all die Societies der Uni vorstellen und man sich bei denen anmelden kann. Dort werde ich wohl spaeter hingehen, sollte ich nach der Induction des Philosophie Departments nichts zu tun haben (eigentlich ist es eine Induction und ein Mittagessen, es gibt also reichlich Gelegenheit Leute kennenzulernen). Ansonsten gehe ich halt morgen hin. Ich will auf jeden Fall mal sehen, welche Societies es so gibt und mich vielleicht fuer ein oder zwei anmelden (ich habe "Philosophy" und "Amnesty International" ins Auge gefasst.
Von London habe ich in den letzten Tagen nicht viel gesehen, ausser den Weg von meinem Wohnheim zur Uni (den ich jetzt auch bestreiten kann, ohne mich zu verlaufen), wobei ich ein paar Schwenker gemacht habe um ein wenig die umliegende Gegend zu erkunden. Ich habe mir aber vergenommen, am Wochenende den Camdenmarket + Camden Town, sowie die Covent Gardens zu erkunden, die wohl zu den schoeneren Ecken Londons gehoeren. Ich habe bereits Ausschau nach Laeden gehalten, in denen ich meinem weniger intellektuellen Interesse (dem Rollenspiel) froehnen kann (also besser gesagt LEute treffen kann, mit denen ich dieses Interesse praktizieren kann), aber leider noch nichts dementsprechendes sichten koennen. Waere sicherlich ne tolle Gelegenheit um Englisch zu lernen, aber was solls...Die letzten beiden Tage wollte ich eigentlich jedesmal in die Tate Modern gehen, aber mir ist immer etwas dazwischen gekommen... Naja, vielleicht die Tage mal.
Gestern dachte ich noch "Oh, mein Gott, mein Englisch ist so schrecklich, es muss ein Qual sein, sich mit mir zu unterhalten." Aber dann habe ich mich - kurz danach - mit Leuten unterhalten und es ging quite good... Leute habe ich ein paar kennengelernt, auch wenn ich sagen muss, dass mich die Hall0-Gespraeche ("Where do you study? Where are you from? What do you study?), wirklich ein bisschen nerven. Leider bin ich wohl kein Mensch fuer das nette "Chat-Chat" mal eben so. Aber beim Abendessen habe ich mich bisher eigentlich immer relativ gut unterhalten. Mal sehen, wie sich das so weiterentwickelt.
So, an dieser Stelle beende ich diesen Eintrag, da in 10 Minuten meine Induction losgeht. Leider ist momentan meiner Internet in meiner Hall ausgefallen, so dass ich mit niemandem von euch Skypen kann. Ich habe uebrigens auch ein Telefon, dass man einfach anrufen kann, aber das ist sicherlich fuer die meisten zu teuer. Falls es sich aber jemand ueberlegt, kann er mir einfach eine Email schicken und ich schicke ihm die Nummer (@ Max: Ich sende dir die Nummer, sobald mein Internet wieder geht, oder ich daran denke, mir deine Emailadresse zu notieren).
Ansonsten wuensche ich allen, die das hier lesen alles gute und bis zum naechsten mal, wenn es wieder heisst: "Ich erzaehle aus meinem Leben".
Gestern habe ich versucht ein Bankkonto zu eroeffnen. Vorab erstmal: Jeder, dem man in London begegnet und dem man sagt, dass man versucht ein Bankkonto zu eroeffnen, wirft einem mitleidige Blicke zu. Denn "eigentlich" ist es ziemlich schwierig. Man braucht dazu z.B. eine Rechnung oder einen Bankkontoauszug die bescheinigt, dass man die letzten, sagen wir 2 Monatsmieten bezahlt hat. Lustigerweise braucht man dazu ja eigentlich ein Konto in England...Naja zum Glueck bietet die Bank NatWest direkt im Keller des Hauptgebaeudes des LSE einen Service nur fuer Studenten an, dass man bei ihnen ein Konto eroeffnen kann. Ich war bereits am Montag da, aber da sagten sie mir, dass sie einfach schon zu voll seien und gaben mir einen Zettel mit einer Nummer drauf, mit der Bitte, dass ich doch am Mittwoch wiederkommen solle. Also kam ich am Mittwoch wieder. Leider hatte ich den lustigen kleinen Zettel mit der Nummer zuhause in meinem Zimmer vergessen, weshalb der Typ am Eingang (der Tuersteher quasi), mich nicht reinlassen wollte. Er war aber so nett und sagte: Hey, komm doch einfach so gegen 11.30 (es war 10:00 oder so) wieder, dann ist bestimmt was frei. Als ich dann um 11.30 wiederkam, war natuerlich nichts frei...Also sagte der Typ zu mir: Naja, komm einfach um 17 Uhr wieder, da ist bestimmt was frei. Als ich dann um 17.00 Uhr wiederkam, war - Ueberraschung - natuerlich nichts frei. Der Typ am Eingang sagte diesmal: Komm einfach morgen um 9.30 wieder. 9.30 ist so frueh, kein Student steht so frueh auf und kommt her um ein Bankkonto zu eroeffnen. Nun ja, vielleicht haette ich ihm sagen sollen, dass das Fruehstueck in meiner Hall um 8.00 ist und das viele Studenten um diese Zeit aufstehen und das ausserdem die Wahrscheinlichkeit, dass um 9.30 niemand kommt, wenn er allen Leuten, die er wegschickt sagt, dass um 9.30 niemand kommt, bedeutend schrumpft...Naja, Gluecklicherweise, handelte es sich bei der Aussage des Tuersteher nicht um eine selfwiederlegende Aussage, so dass ich heute morgen um 9.30 tatsaechlich ein Konto eroeffnen konnte. Es beinhaltet allerlei Schnickschnack, wobei auch so nuetzliche Gimmicks, wie eine Creditcart dabei sind und die Moeglichkeit, zum halben Preis ins Kino zu gehen und 1/3 des Preises bei Zugreisen in Grossbritannien zu sparen. So, it's actually not quite bad...
Kommen wir zur Uni. Actually, I have my Induction today at 11.30. Ich bin also sehr gespannt darauf, wer meine MSc Kameraden sind und wie sie so drauf sind. Ich habe ja bisher immer mit dem Vorteil gelebt, dass Leute, die Philosophie studieren immer nett und interessant sein muessen, einfach, weil sie Philosophie studieren. Mal sehen, ob sich dieses Vorurteil bestaetigt. Die Uni selbst ist eine Campusuni, die direkt im Zentrum der Stadt liegt. Es scheint hier Leute zu geben, die nett sind, auch wenn ich einen Polen kennengelernt habe, der hier im dritten Jahr Internationale Beziehungen studiert und der meinte, dass die meisten Studenten Idioten sind (ok, er sagte, dass es ziemlich viele Idioten am LSE gibt, aber ich hab grad gemerkt, dass sich meine vorherige Aussage und seine Aussage gar nicht widersprechen, also von daher...). Es gibt tatsaechlich - dass muss ich hier einfach mal sagen - ueberdurchschnittlich viele huebsche Maedchen und ueberdurchschnittlich viele gestylte Menschen, was wahrscheinlich daran liegt, dass es hier ueberdurchschnittlich viele Leute gibt, die Geld haben (ich weiss auch nicht genau, wo der Kausalzusammenhang liegt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen gibt). All dieses Tatsache beeindrucken mich jedoch nicht besonders bisher.
Die Professoren sollen ganz nett sein (der Pole meinte, dass sein IR-Professor, der wohl ein ziemlich hohes Tier in der IR (international relations) Forschung ist, ihn eingeladen hat, ihn in Barcelona zu wohnen, aber vielleicht ist der Pole ja auch ein Genie und hat seinen Professor ziemlich beeindruckt...). Bei der General Induction hat sich der Director auf jeden Fall mit den Worten vorgestellt: Hey, ich bin Harold So und So (hab den Namen vergessen), aber ich ziehe es vor mit Harold angeredet zu werden. Aber ihr muesst mir verzeihen, wenn ich mir - bei 8000 Studenten hier am LSE - eure Vornamen nicht merken kann...bis naechste Woche Freitag. Der Campus ist wirklich huebsch, einige der Gebaeude sind alte Theater (die General Induction war in einem Theater, dass tatsaechlich noch wie ein Theater aufgebaut ist. ICh vermute, dass dort die Vortraege sein werde. Letztens war uebrigens Alan Greenspan hier am LSE und hat einen Vortrag gehalten (vielleicht hat er auch nur sein neues Buch vorgestellt) und es haben 1000(!) Leute versucht eine Karte zu bekommen (es gab 400) und einige haben sich bereits um 5 Uhr morgens in die Schlange gestellt...). Leider habe ich noch keine Moeglichkeit entdeckt, wo man guenstig zu Mittag essen kann. Es gibt ein Cafe extra fuer LSE Studenten, in dem man auch Lunch zu sich nehmen kann, aber das (!)superbillig(!) Angebot dieses Cafes ist: 4.55£ (!) fuer ein vegetarisches Mittagessen. Da sehnt man sich doch glatt nach der Bielefelder Mensa.
Heute und morgen ist auf dem Campus "Fresher Faire", bei dem sich all die Societies der Uni vorstellen und man sich bei denen anmelden kann. Dort werde ich wohl spaeter hingehen, sollte ich nach der Induction des Philosophie Departments nichts zu tun haben (eigentlich ist es eine Induction und ein Mittagessen, es gibt also reichlich Gelegenheit Leute kennenzulernen). Ansonsten gehe ich halt morgen hin. Ich will auf jeden Fall mal sehen, welche Societies es so gibt und mich vielleicht fuer ein oder zwei anmelden (ich habe "Philosophy" und "Amnesty International" ins Auge gefasst.
Von London habe ich in den letzten Tagen nicht viel gesehen, ausser den Weg von meinem Wohnheim zur Uni (den ich jetzt auch bestreiten kann, ohne mich zu verlaufen), wobei ich ein paar Schwenker gemacht habe um ein wenig die umliegende Gegend zu erkunden. Ich habe mir aber vergenommen, am Wochenende den Camdenmarket + Camden Town, sowie die Covent Gardens zu erkunden, die wohl zu den schoeneren Ecken Londons gehoeren. Ich habe bereits Ausschau nach Laeden gehalten, in denen ich meinem weniger intellektuellen Interesse (dem Rollenspiel) froehnen kann (also besser gesagt LEute treffen kann, mit denen ich dieses Interesse praktizieren kann), aber leider noch nichts dementsprechendes sichten koennen. Waere sicherlich ne tolle Gelegenheit um Englisch zu lernen, aber was solls...Die letzten beiden Tage wollte ich eigentlich jedesmal in die Tate Modern gehen, aber mir ist immer etwas dazwischen gekommen... Naja, vielleicht die Tage mal.
Gestern dachte ich noch "Oh, mein Gott, mein Englisch ist so schrecklich, es muss ein Qual sein, sich mit mir zu unterhalten." Aber dann habe ich mich - kurz danach - mit Leuten unterhalten und es ging quite good... Leute habe ich ein paar kennengelernt, auch wenn ich sagen muss, dass mich die Hall0-Gespraeche ("Where do you study? Where are you from? What do you study?), wirklich ein bisschen nerven. Leider bin ich wohl kein Mensch fuer das nette "Chat-Chat" mal eben so. Aber beim Abendessen habe ich mich bisher eigentlich immer relativ gut unterhalten. Mal sehen, wie sich das so weiterentwickelt.
So, an dieser Stelle beende ich diesen Eintrag, da in 10 Minuten meine Induction losgeht. Leider ist momentan meiner Internet in meiner Hall ausgefallen, so dass ich mit niemandem von euch Skypen kann. Ich habe uebrigens auch ein Telefon, dass man einfach anrufen kann, aber das ist sicherlich fuer die meisten zu teuer. Falls es sich aber jemand ueberlegt, kann er mir einfach eine Email schicken und ich schicke ihm die Nummer (@ Max: Ich sende dir die Nummer, sobald mein Internet wieder geht, oder ich daran denke, mir deine Emailadresse zu notieren).
Ansonsten wuensche ich allen, die das hier lesen alles gute und bis zum naechsten mal, wenn es wieder heisst: "Ich erzaehle aus meinem Leben".
Montag, 1. Oktober 2007
Welcome to London
So, nachdem in den letzten Tagen nicht wirklich Zeit gefunden habe, um im Blog etwas zu Posten, nutze ich nun die ruhige Minute zwischen meinem Aufenthalt im LSE (wo ich eigentlich nichts getan habe, ausser meinen Computeraccount zu aktivieren, so dass ich jetzt mit Stolz behaupten kann, dass ich - in diesem Moment - in der Bibliothek des LSE sitze und diesen Eintrag verfasse) und meiner Reise zur deutschen Botschaft, wo ich mich endlich anmelden will. Leider konnte ich noch nicht wirklich viele Dinge an der Universitaet tun. Eigentlich wollte ich heute ein Bankkonto eroeffnen (es gibt dafuer extra eine Abteilung von NatWest in der Uni - das muss ein Bombengeschaeft fuer diese Bank sein), aber leider waren alle Plaetze dafuer ausgebucht...bis Mittwoch. hab mir noch mal mein Department angesehen, konnte aber leider nicht in den MSc Common Room, weil die entsprechende Tuer abgeschlossen war. Lustig war dann folgender Dialog, den ich im Department Office hatte (natuerlich in englischer Sprache):
Ich: Also, ich studiere einen MSc Philosophy of Social Sciences, interessiere mich aber sowohl fuer den Kurs "Philosophy, Morality and Politics", als auch fuer den Kurs "Philosophy of Public Policy". Ich kann allerdings von meinem MSc her nur einen der beiden Kurse machen. Koennte ich mich vielleicht fuer den einen einschreiben und den anderen einfach so machen?
Sie: Sie meinen als ZUSAETZLICHE Arbeit zu ihren anderen Kursen (geschockter Blick).
Ich: aehhhhh, genau das.
Sie: .... Natuerlich koennen sie das machen, wenn sie sich zusaetzliche Arbeit aufhalsen wollen. (Sieht mich an, als wenn ich total durchgedreht waere.)
Ok, dieser Dialog hat mich ein wenig ins Zweifel gebracht, ob es schlau ist, 6 Kurse statt der vorgesehenen 4 zu machen. Obwohl ich es eigentlich aus meinem bisherigen Studium nicht verwunderlich und abstruss finde, mehr Kurse zu machen, als die Studienordnung vorsieht (ich glaub im BA hab ich 4 oder 5 Scheine mehr gemacht, als ich eigentlich gemusst haette), ist es vielleicht schlau, zumindest einen Kurs rauszuschmeissen...
Nun, was ist sonst so los bei mir? London stellt sich immer mehr als eine wirklich tolle Stadt heraus, auch wenn sie mir jetzt - wo quasi alle Verbindungen persoenlicher Anwesenheit aus meinem Leben in Bielefeld abgebrochen sind - wirklich sehr gross und sehr wild vorkommt. Im Grunde meines Wesens bin ich halt noch nicht ueber meinen Kleinstadtbewohnerkern hinausgewachsen. Aber das wird sich sicherlich aendern. London ist eine beeindruckende Metropole, voller Dinge die man erleben und entdecken kann. Die Bewohner sind so freundlich, dass man eigentlich bei jeder Busfahrt, bei der man sich in irgendeiner Weise als Tourist UND als unwissend bezueglich der Bushaltestelle an der man gerade ist zu erkennen gibt, sich sofort jemand bereit erklaert, einem zu sagen, was Sache ist. Zu den Bussen muss man sagen, dass die hier anscheinend zumindest im Stadtzentrum das Hauptverkehrsmittel sind, da sie wirklich ueberall hin fahren und auch ziemlich oft fahren (manchmal kommen drei Busse hintereinander). Allerdings gibt es in den Bussen meistens keine Fahrplaene, so dass man nie wirklich ermitteln kann, wie viele Bushaltestellen man noch fahren muss, wobei erschwerend hinzu kommt, dass die Busfahrplaene an den Haltestellen meistens unvollstaendig sind. So kommt es dann, dass ich persoenlich einfach in irgendeinen Bus einsteige, bis irgendwo fahre, dann in den naechsten Bus einsteige, wieder bis irgendwo fahre, bis ich irgendwohin komme, wo mir die Umgebung vage bekannt vorkommt und dann von da aus meinen Weg zu Fuss weiter bestreite. Zum Glueck habe ich ein relativ gutes Gedaechtnis fuer Oertlichkeiten, so dass ich vonm mir behaupten kann, dass ich mich bereits relativ gut in einigen Teilen Londons auskenne. Nur auf dem Weg von meinem Wohnheim zum LSE verlaufe ich mich regelmaessig (ich bin schon zweimal an der Bibliothek vom King's College rausgekommen, die etwas zu weit westlich liegt, aber wirklich ein sehr sehr schoenes Gebaeude ist), aber diesen Missstand werde ich gleich aufheben, indem ich mir eine Londonkarte zulege (schliesslich muss ich auch irgendwie die deutsche Botschaft finden...).
Zur Stadt selbst koennte man sagen, dass sie ungefaehr so wie Berlin ist (auch wenn der Vergleich beiden Staedten natuerlich unrecht tut), nur dass London Berlin auf Speed ist. Die Stadt ist total lebendig und man hat das Gefuehl, an jeder Ecke geht irgendwas. Es gibt 1000 Theater, in denen 1000 Musicals und Theaterstuecke aufgefuehrt werden, ueberall gibt es Pubs und lauter hippe Imbissstuben ala Starbucks Coffee. Die Menschen hier sind hip und haeufig sylomaessig gekleidet, wobei Style hier jeodch nicht Bielefeld-Tussi-Prollo-Style bedeutet, sondern immer ein bisschen betont individuell gestylt ist. Das hat natuerlich zur Folge, dass man sich am liebsten auch total Hip und Individuell kleiden moechte, aber mit Hinblick auf meinen gebeutelten Geldbeutel werde ich das wohl unterlassen...
Nun, dass Socializing laeuft anders, als ich es gedacht hatte. Ich stelle fest, dass mein eigenes Englisch sich verbessert, aber ich habe desto trotz noch etwas Skrupel Leute einfach anzulabern. Hinzu kommt, dass ich nicht so ganz einschatzen kann, wie die Leute so zu mir stehen (also ob sie gern mehr socializen moechten oder am liebsten gleich weiter fliehen), was natuerlich auch noch bei interessanten Leuten am staerksten hervortritt. Naja, ich werde mir auf jeden Fall weiter Muehe geben und mich nicht verunsichern lassen. Die Einfuehrungsveranstaltungen fangen fuer mich alle erst ab morgen an und meine "fellow graduate students" werde ich wohl erst am Donnerstag kennenlernen. Ich meiner Hall scheinen leider nur Ungraduates zu leben, aber was solls, vielleicht geht das ja Hand in Hand mit dem Leben in einer Hall.
Ich glaub an dieser Stelle mach ich mal Schluss und belege den Computer nicht laenger mit privaten Aktivitaeten :-). Statt dessen werde ich jetzt mal einen Abstecher in die philosophische Abteilung der Bibliothek machen und mich dann in Richtung Botschaft begeben. Bis zum naechsten mal an dieser Stelle.
Ich: Also, ich studiere einen MSc Philosophy of Social Sciences, interessiere mich aber sowohl fuer den Kurs "Philosophy, Morality and Politics", als auch fuer den Kurs "Philosophy of Public Policy". Ich kann allerdings von meinem MSc her nur einen der beiden Kurse machen. Koennte ich mich vielleicht fuer den einen einschreiben und den anderen einfach so machen?
Sie: Sie meinen als ZUSAETZLICHE Arbeit zu ihren anderen Kursen (geschockter Blick).
Ich: aehhhhh, genau das.
Sie: .... Natuerlich koennen sie das machen, wenn sie sich zusaetzliche Arbeit aufhalsen wollen. (Sieht mich an, als wenn ich total durchgedreht waere.)
Ok, dieser Dialog hat mich ein wenig ins Zweifel gebracht, ob es schlau ist, 6 Kurse statt der vorgesehenen 4 zu machen. Obwohl ich es eigentlich aus meinem bisherigen Studium nicht verwunderlich und abstruss finde, mehr Kurse zu machen, als die Studienordnung vorsieht (ich glaub im BA hab ich 4 oder 5 Scheine mehr gemacht, als ich eigentlich gemusst haette), ist es vielleicht schlau, zumindest einen Kurs rauszuschmeissen...
Nun, was ist sonst so los bei mir? London stellt sich immer mehr als eine wirklich tolle Stadt heraus, auch wenn sie mir jetzt - wo quasi alle Verbindungen persoenlicher Anwesenheit aus meinem Leben in Bielefeld abgebrochen sind - wirklich sehr gross und sehr wild vorkommt. Im Grunde meines Wesens bin ich halt noch nicht ueber meinen Kleinstadtbewohnerkern hinausgewachsen. Aber das wird sich sicherlich aendern. London ist eine beeindruckende Metropole, voller Dinge die man erleben und entdecken kann. Die Bewohner sind so freundlich, dass man eigentlich bei jeder Busfahrt, bei der man sich in irgendeiner Weise als Tourist UND als unwissend bezueglich der Bushaltestelle an der man gerade ist zu erkennen gibt, sich sofort jemand bereit erklaert, einem zu sagen, was Sache ist. Zu den Bussen muss man sagen, dass die hier anscheinend zumindest im Stadtzentrum das Hauptverkehrsmittel sind, da sie wirklich ueberall hin fahren und auch ziemlich oft fahren (manchmal kommen drei Busse hintereinander). Allerdings gibt es in den Bussen meistens keine Fahrplaene, so dass man nie wirklich ermitteln kann, wie viele Bushaltestellen man noch fahren muss, wobei erschwerend hinzu kommt, dass die Busfahrplaene an den Haltestellen meistens unvollstaendig sind. So kommt es dann, dass ich persoenlich einfach in irgendeinen Bus einsteige, bis irgendwo fahre, dann in den naechsten Bus einsteige, wieder bis irgendwo fahre, bis ich irgendwohin komme, wo mir die Umgebung vage bekannt vorkommt und dann von da aus meinen Weg zu Fuss weiter bestreite. Zum Glueck habe ich ein relativ gutes Gedaechtnis fuer Oertlichkeiten, so dass ich vonm mir behaupten kann, dass ich mich bereits relativ gut in einigen Teilen Londons auskenne. Nur auf dem Weg von meinem Wohnheim zum LSE verlaufe ich mich regelmaessig (ich bin schon zweimal an der Bibliothek vom King's College rausgekommen, die etwas zu weit westlich liegt, aber wirklich ein sehr sehr schoenes Gebaeude ist), aber diesen Missstand werde ich gleich aufheben, indem ich mir eine Londonkarte zulege (schliesslich muss ich auch irgendwie die deutsche Botschaft finden...).
Zur Stadt selbst koennte man sagen, dass sie ungefaehr so wie Berlin ist (auch wenn der Vergleich beiden Staedten natuerlich unrecht tut), nur dass London Berlin auf Speed ist. Die Stadt ist total lebendig und man hat das Gefuehl, an jeder Ecke geht irgendwas. Es gibt 1000 Theater, in denen 1000 Musicals und Theaterstuecke aufgefuehrt werden, ueberall gibt es Pubs und lauter hippe Imbissstuben ala Starbucks Coffee. Die Menschen hier sind hip und haeufig sylomaessig gekleidet, wobei Style hier jeodch nicht Bielefeld-Tussi-Prollo-Style bedeutet, sondern immer ein bisschen betont individuell gestylt ist. Das hat natuerlich zur Folge, dass man sich am liebsten auch total Hip und Individuell kleiden moechte, aber mit Hinblick auf meinen gebeutelten Geldbeutel werde ich das wohl unterlassen...
Nun, dass Socializing laeuft anders, als ich es gedacht hatte. Ich stelle fest, dass mein eigenes Englisch sich verbessert, aber ich habe desto trotz noch etwas Skrupel Leute einfach anzulabern. Hinzu kommt, dass ich nicht so ganz einschatzen kann, wie die Leute so zu mir stehen (also ob sie gern mehr socializen moechten oder am liebsten gleich weiter fliehen), was natuerlich auch noch bei interessanten Leuten am staerksten hervortritt. Naja, ich werde mir auf jeden Fall weiter Muehe geben und mich nicht verunsichern lassen. Die Einfuehrungsveranstaltungen fangen fuer mich alle erst ab morgen an und meine "fellow graduate students" werde ich wohl erst am Donnerstag kennenlernen. Ich meiner Hall scheinen leider nur Ungraduates zu leben, aber was solls, vielleicht geht das ja Hand in Hand mit dem Leben in einer Hall.
Ich glaub an dieser Stelle mach ich mal Schluss und belege den Computer nicht laenger mit privaten Aktivitaeten :-). Statt dessen werde ich jetzt mal einen Abstecher in die philosophische Abteilung der Bibliothek machen und mich dann in Richtung Botschaft begeben. Bis zum naechsten mal an dieser Stelle.
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