So, aufgrund einiger Stimmen in den letzten Tagen, die danach verlangten, bzw. mir dazu rieten, habe auch ich mir einen Blog eingerichtet. An dieser Stelle werde ich mich bemühen in nächster und fernerer Zeit Eindrücke, Erlebnisse und Überlegungen zu posten, um sie mit denjenigen von euch zu teilen, die daran Interesse haben. Alle anderen haben ja sicher meine Skypenummer :-).
Das ist jetzt meine letzte Nacht in Bielefeld, voraussichtlich bis Weihnachten. Morgen geht die Reise in Richtung London, Londinium, Londres, die Welthauptstadt Großbrittaniens los. Die letzten Tage waren wirklich phantastisch, es war einfach toll, die noch zurückgebliebenen Bielefelder ein letztes Mal zu treffen und sich zu verabschieden. Ich habe hier in Bielefeld wirklich sehr viele nette, interessante und tolle Leute kennengelernt und gute Freunde gewonnen. Leute, ihr werdet mir fehlen! Auch die Abteilung für Philosophie selbst wird mir fehlen. Nirgendwo sonst habe ich so viele tolle Menschen kennengelernt wie in dieser Abteilung und ich verbinde einige der wichtigsten Momente, Ereignisse und Erfahrungen meines Lebens (im positiven und im negativen Sinne - die meisten werden wissen, was ich meine) mit dieser Abteilung. Nicht zu vergessen, dass ich hier quasi alles gelernt habe, was ich über Philosophie weiß und was ich kann, was wohl wiederum sehr stark mit meinen Freunden in dieser Abteilung zusammenhängt. Tja, ich denke ich kann jetzt wohl sagen "Ich bin ein Bielefelder" (wogegen ich mich sonst eher sträuben würde), jedenfalls, wenn es um die Philosophie geht, bin also quasi durch die "Bielefelder Schule" gegangen (da fällt mir "Hamburger Schule" von Tocotronic ein...). Ich denke ich werde der Bielefelder Schule meine Dissertation widmen :-). Tja, haarsträubende Ergüße meinerseits, die sich da ergeben, aber was solls...
Bezüglich meines zukünftigen Aufenthaltes bin ich momentan - seltsamerweise - überhaupt nicht aufgeregt oder nervös. Naja "überhaupt" nicht ist natürlich gelogen, man spürt schon das eine oder andere mal ein nervöses Kribbeln im Bauch oder ein aufgeregtes Zucken in der linken Zehenspitze. Die Emotion, die momentan aber am stärksten vorherrscht, ist echte Vorfreude. Ich freue mich riesig darauf, wieder wirklich Philosophie machen zu können. Da ich im nächsten Jahr verstärkt Wissenschaftstheorie machen werde, bin ich außerdem sicher, dass ich ziemlich viele neue Dinge lernen werde. Zum Glück mache ich auch einen Kurs "Moral, Politics and Values" und einen zu "Philosophy and Public Policy", sowie ein Seminar bei den Politikwissenschaftlern mit dem wunderschönen Titel "Contemporary Debates about Justice", so dass ich zumindest in einigen Gebieten in bekannten Gewässern schwimmen und fischen kann.
Die größte Sorge bereitet mir natürlich, dass ich nicht gut mit den anderen Studenten mithalten kann. Immerhin gehe ich ans LSE, an die große, großartige, göttliche Königin der Universitäten für Sozialwissenschaften. Ich denke jedoch inzwischen, dass das größte Problem sein wird, ins Englisch reinzukommen. Denn nachdem ich bereits mehrfach gelesen habe "Since most of our students have no former expirience in philosophy..." glaube ich, dass ich den meisten meiner Mitstudierenden tatsächlich weit voraus sein werde.
Manch einer wird sich sicherlich fragen, wie das sein kann, dass Leute, die keine Ahnung von Philosophy haben an einer Uni wie der LSE einen Master in Philosophy machen können...Das liegt daran, dass der Master den ich mache im gewissen Sinne ein Aufbau- und Vertiefungsstudium ist, für welches sich alle Leute mit einem B.A., den entsprechenden Noten und Interessen einschreiben können. Also auch z.B. Ökonomen und Sozialwissenschaftler, die ihre theoretische und methodologischen Kenntnisse vertiefen wollen. Naja, ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie es wird. Das, was ich bisher an Literatur gelesen habe (ja, ich bereite mich tatsächlich zum ersten mal VOR einem Semester AUF das Semester vor, was sicherlich mit meinem Respekt vor der ehrwürdigen LSE - möge sie ewig bestehen - liegt), war auf jeden Fall super interessant und fällt auch ungefähr genau, beinahe in mein derzeitiges Interessengebiet. Nun zu all dem werde ich an dieser Stelle sicher noch mehr schreiben.
So, das wäre es fürs erste gewesen. Der letzte Blogeintrag in Bielefeld. Demnächst berichten wir für sie Live aus London, der neuen Hauptstadt Frankreichs, warum die Londoner sich dagegen sträuben Französisch zu reden und eine Untergrundorganisation "Pro England" gegründet haben (ein Insider, den wohl nur einige Freaks verstehen werden).
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