So, da bin ich wieder... Ich war in den letzten Tag wirklich viel zu faul, oder aber auch zu überlastet, um an dieser Stelle etwas zu posten. Aber ich nutze jetzt mal die ruhige Minute, bevor ich ins Bett gehe, um ein oder zwei Dinge zu schreiben.
Nachdem letzte Woche vollgestopft war mit Einführungsveranstaltungen und vergeblichen Versuchen Bankkonten zu eröffnen, hat diese Woche die Uni mit einem Paukenschlag begonnen, was heißt: Ich hatte gestern vier Vorlesungen an einem Tag und die letzte restliche Woche habe ich außer mit Einführungsveranstaltungen damit verbracht, mich auf diese Woche lesend vorzubereiten.
Da ich noch nichts zur Fakultät und den Leuten gesagt habe, vielleicht ein paar Worte dazu vorab. Also: Letzte Woche war am Donnerstag die Induction für alle Graduates, mit anschließendem "Dinner" (es gab, ganz stilvoll, Sandwiches). Das "Dinner" lief ungefähr so ab, dass man in einem halbformalen, halb lässigen Ambiente von einem Kommilitonen zum nächsten lief und die üblichen eisernen Fragen (bla, bla, bla) abzuklappern, was aber manchmal - wieder allen erwartens - doch auch in nette Gespräche mündete. Die meisten meiner mit Masterstudenten haben keinerlei philosophischen Hintergrund, was die Vermutung nahe legt, dass ich ihnen was voraus habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das irgendetwas hilft, ich persönlich sehe mich jedenfalls noch nicht in irgendeinem Seminar irgendetwas cleveres sagen... Aber vielleicht habe ich das ja auch in Bielefeld nie getan... Tja, bei dem Dinner wurden auch gleich meine Hoffnungen, ich könnte vielleicht meine MSc Dissertation über Globale Gerechtigkeit schreiben, zerstört, weil mein Supervisor meinte, dass das doch irgendwie nicht so sehr mit "Philosophy of the Social Sciences" verbunden sei... Tja, dann werde ich wohl bei Rationalität und Gründen bleiben :-). Meine derzeitigen Überlegungen gehen in die Richtung "Was sind gute Gründe?", in der Hoffnung, mich damit heimlich in die Metaethik schleichen zu können. Aber vielleicht ist Metaethik selbst ja gar nicht mar so fernliegend... Tja, ich werd wohl mit meinem Supervisor reden müssen.
Am Freitag Abend, wurde dann dasselbe Ritual in einem informelleren Setting (in einer Bar) wiederholt, so dass man wieder zwischen Leuten hin und her rennen konnte und sich über dieses und jenes austauschen konnte. Ich habe auf jedenfall ein paar nette Leute kennengelernt, aber wie sich das hier so "social relations" mäßig entwickeln wird, ist noch überhaupt nicht absehbar. Naja, ich habe die PArty dann auf jedenfall mit drei Jungs (einer aus Hong Kong, einer aus Singapur und einer aus den U.S.A. verlassen und wir haben ein Restaurant aufgesucht, um dort zu speisen. War auf jedenfall ein netter Abend, dass muss ich schon sagen.
Meinen Samstag habe ich damit verbracht, in der Bibliothek zu sitzen und mich vorzubereiten, ebenso wie den Sonntag. Das einzige Spannende, was Samstag passiert ist, ist, dass ich meine Wäsche gewaschen habe...
Tja, dann fing die Woche an und ich hatte am Montag gleich mal alle meine 4 Vorlesungen, was einigermaßen anstrengend war. Die positive Nachricht ist, dass es in den Vorlesungen eigentlich nichts gibt, was ich nicht verstehe, dass Englisch dürfte also kein Problem darstellen. Bald stehen auch schon die ersten Essays an, und ich hab ehrlich gesagt noch keinen Schimmer, worüber ich schreiben möchte... Lustigerweise machen wir im Philosophy, Morality and Politics Kurs gerade Aristoteles Ethik (deshalb bin ich immer amüsiert in Romys Skypestatus Kommentare zu Aristoteles zu lesen) und ich bin total verwirrt über die Frage, was ein "glückliches" (happy) Leben ist. In dem Artikel den wir dazu gelesen haben, wurde eines dieser typischen Beispiele vorgestellt von wegen: Stellt euch diesen MAnn vor, der glaubt, die beste aller Beziehungen zu haben, dass alles auch so wahrnimmt, etc., aber er täuscht sich, und seine Freundin betrügt ihn. Würden wir nicht sagen, dass er kein happy life hat? Da setzt es bei mir jetzt aus, weil ich irgendwie die Intuition überhaupt nicht mehr teilen kann, dass der Mann KEIN glückliches Leben hat. Natürlich hat er ein happy life, er ist doch happy oder? Vielleicht ist sein Leben nicht gut oder nicht valuable, aber happy ist es doch ganz bestimmt? Worin sollte ein happy life denn sonst bestehen, als darin, dass man ein Leben hat, mit dem man happy ist? Ich habe auf jedenfall die Überzeugung gewonnen, dass hier einfach das Konzept von einem guten (oder wertvollen) Leben und das Konzept von einem glücklichen Leben vermischt werden. Naja, ich muss wohl darüber nachdenken...Vielleicht schreibe ich ja darüber... Die Professoren scheinen alle ganz nett zu sein, und man redet hier die Professoren (jedenfalls als Grad.), eigentlich immer mit Vornamen an. Soviel dazu *ähmm*
Tja, von London habe ich leider in letzter Zeit nicht mehr so viel gesehen. Auf meiner Liste stehen momentan zwar noch einige Dinge (Covent Gardens, Camden Market, National Portait Gallery, Tate Modern, Tate Britain, nochmal British Library, British Museum...), aber ich weiß einfach nicht, wann ich da hingehen soll. Vielleicht setzte ich mir einfach einen Tag, an dem ich nur den halben Tag über Büchern hocke, und die restliche Zeit damit verbringe, London zu erkunden. Meine Position zu London hat sich mittlerweise in soweit geändert, dass mir die Stadt einfach ein bißchen zu groß, zu laut, zu hektisch und zu teuer ist. Natürlich hat die Stadt ein riesenhaftes Angebot, aber mal ehrlich: Ich bin ein Stubenhocker...Naja und die Arbeitsbelastung macht es einem auch nicht unbedingt einfacher.
Ich habe inzwischen sogar ernsthaft in Erwägung gezogen, mich um eine Promotion in *damm dumm damm dumm* Cambridge oder Oxford *dumm dumm dumm dummm daaaaaa* zu bewerben, aber dies steht wohl noch in einiger Ferne in den Sternen geschrieben (oder so ähnlich). Denn erstes weiß ich nicht worüber ich promovieren will und zweitens will mich ja ohnehin keiner haben... Oh, mein Selbstbewusstsein, mein Selbstbewusstsein.... :-)
Ansonsten lebt es sich hier so vor sich hin. Ich habe das Gefühl, schon eine Ewigkeit hier zu sein, dabei sind es erst 3 Wochen... In London regnet es übrigens...und es ist kalt. Nur den Nebel habe ich noch nicht gesehen.
So, dass wären erstmal die Nachrichten aus dem großartigen London. Wenn ich wieder Zeit und Lust finde und es was "aufregendes" zu erzählen gibt, dann poste ich es sofort! :-) Ansonsten sende ich meine Grüße an all euch netten Leute da draußen und sage, bis bald!
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