Hallo liebe Leute und willkommen zu einer neuen Episode von "Sebastian in London".
Gestern habe ich versucht ein Bankkonto zu eroeffnen. Vorab erstmal: Jeder, dem man in London begegnet und dem man sagt, dass man versucht ein Bankkonto zu eroeffnen, wirft einem mitleidige Blicke zu. Denn "eigentlich" ist es ziemlich schwierig. Man braucht dazu z.B. eine Rechnung oder einen Bankkontoauszug die bescheinigt, dass man die letzten, sagen wir 2 Monatsmieten bezahlt hat. Lustigerweise braucht man dazu ja eigentlich ein Konto in England...Naja zum Glueck bietet die Bank NatWest direkt im Keller des Hauptgebaeudes des LSE einen Service nur fuer Studenten an, dass man bei ihnen ein Konto eroeffnen kann. Ich war bereits am Montag da, aber da sagten sie mir, dass sie einfach schon zu voll seien und gaben mir einen Zettel mit einer Nummer drauf, mit der Bitte, dass ich doch am Mittwoch wiederkommen solle. Also kam ich am Mittwoch wieder. Leider hatte ich den lustigen kleinen Zettel mit der Nummer zuhause in meinem Zimmer vergessen, weshalb der Typ am Eingang (der Tuersteher quasi), mich nicht reinlassen wollte. Er war aber so nett und sagte: Hey, komm doch einfach so gegen 11.30 (es war 10:00 oder so) wieder, dann ist bestimmt was frei. Als ich dann um 11.30 wiederkam, war natuerlich nichts frei...Also sagte der Typ zu mir: Naja, komm einfach um 17 Uhr wieder, da ist bestimmt was frei. Als ich dann um 17.00 Uhr wiederkam, war - Ueberraschung - natuerlich nichts frei. Der Typ am Eingang sagte diesmal: Komm einfach morgen um 9.30 wieder. 9.30 ist so frueh, kein Student steht so frueh auf und kommt her um ein Bankkonto zu eroeffnen. Nun ja, vielleicht haette ich ihm sagen sollen, dass das Fruehstueck in meiner Hall um 8.00 ist und das viele Studenten um diese Zeit aufstehen und das ausserdem die Wahrscheinlichkeit, dass um 9.30 niemand kommt, wenn er allen Leuten, die er wegschickt sagt, dass um 9.30 niemand kommt, bedeutend schrumpft...Naja, Gluecklicherweise, handelte es sich bei der Aussage des Tuersteher nicht um eine selfwiederlegende Aussage, so dass ich heute morgen um 9.30 tatsaechlich ein Konto eroeffnen konnte. Es beinhaltet allerlei Schnickschnack, wobei auch so nuetzliche Gimmicks, wie eine Creditcart dabei sind und die Moeglichkeit, zum halben Preis ins Kino zu gehen und 1/3 des Preises bei Zugreisen in Grossbritannien zu sparen. So, it's actually not quite bad...
Kommen wir zur Uni. Actually, I have my Induction today at 11.30. Ich bin also sehr gespannt darauf, wer meine MSc Kameraden sind und wie sie so drauf sind. Ich habe ja bisher immer mit dem Vorteil gelebt, dass Leute, die Philosophie studieren immer nett und interessant sein muessen, einfach, weil sie Philosophie studieren. Mal sehen, ob sich dieses Vorurteil bestaetigt. Die Uni selbst ist eine Campusuni, die direkt im Zentrum der Stadt liegt. Es scheint hier Leute zu geben, die nett sind, auch wenn ich einen Polen kennengelernt habe, der hier im dritten Jahr Internationale Beziehungen studiert und der meinte, dass die meisten Studenten Idioten sind (ok, er sagte, dass es ziemlich viele Idioten am LSE gibt, aber ich hab grad gemerkt, dass sich meine vorherige Aussage und seine Aussage gar nicht widersprechen, also von daher...). Es gibt tatsaechlich - dass muss ich hier einfach mal sagen - ueberdurchschnittlich viele huebsche Maedchen und ueberdurchschnittlich viele gestylte Menschen, was wahrscheinlich daran liegt, dass es hier ueberdurchschnittlich viele Leute gibt, die Geld haben (ich weiss auch nicht genau, wo der Kausalzusammenhang liegt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen gibt). All dieses Tatsache beeindrucken mich jedoch nicht besonders bisher.
Die Professoren sollen ganz nett sein (der Pole meinte, dass sein IR-Professor, der wohl ein ziemlich hohes Tier in der IR (international relations) Forschung ist, ihn eingeladen hat, ihn in Barcelona zu wohnen, aber vielleicht ist der Pole ja auch ein Genie und hat seinen Professor ziemlich beeindruckt...). Bei der General Induction hat sich der Director auf jeden Fall mit den Worten vorgestellt: Hey, ich bin Harold So und So (hab den Namen vergessen), aber ich ziehe es vor mit Harold angeredet zu werden. Aber ihr muesst mir verzeihen, wenn ich mir - bei 8000 Studenten hier am LSE - eure Vornamen nicht merken kann...bis naechste Woche Freitag. Der Campus ist wirklich huebsch, einige der Gebaeude sind alte Theater (die General Induction war in einem Theater, dass tatsaechlich noch wie ein Theater aufgebaut ist. ICh vermute, dass dort die Vortraege sein werde. Letztens war uebrigens Alan Greenspan hier am LSE und hat einen Vortrag gehalten (vielleicht hat er auch nur sein neues Buch vorgestellt) und es haben 1000(!) Leute versucht eine Karte zu bekommen (es gab 400) und einige haben sich bereits um 5 Uhr morgens in die Schlange gestellt...). Leider habe ich noch keine Moeglichkeit entdeckt, wo man guenstig zu Mittag essen kann. Es gibt ein Cafe extra fuer LSE Studenten, in dem man auch Lunch zu sich nehmen kann, aber das (!)superbillig(!) Angebot dieses Cafes ist: 4.55£ (!) fuer ein vegetarisches Mittagessen. Da sehnt man sich doch glatt nach der Bielefelder Mensa.
Heute und morgen ist auf dem Campus "Fresher Faire", bei dem sich all die Societies der Uni vorstellen und man sich bei denen anmelden kann. Dort werde ich wohl spaeter hingehen, sollte ich nach der Induction des Philosophie Departments nichts zu tun haben (eigentlich ist es eine Induction und ein Mittagessen, es gibt also reichlich Gelegenheit Leute kennenzulernen). Ansonsten gehe ich halt morgen hin. Ich will auf jeden Fall mal sehen, welche Societies es so gibt und mich vielleicht fuer ein oder zwei anmelden (ich habe "Philosophy" und "Amnesty International" ins Auge gefasst.
Von London habe ich in den letzten Tagen nicht viel gesehen, ausser den Weg von meinem Wohnheim zur Uni (den ich jetzt auch bestreiten kann, ohne mich zu verlaufen), wobei ich ein paar Schwenker gemacht habe um ein wenig die umliegende Gegend zu erkunden. Ich habe mir aber vergenommen, am Wochenende den Camdenmarket + Camden Town, sowie die Covent Gardens zu erkunden, die wohl zu den schoeneren Ecken Londons gehoeren. Ich habe bereits Ausschau nach Laeden gehalten, in denen ich meinem weniger intellektuellen Interesse (dem Rollenspiel) froehnen kann (also besser gesagt LEute treffen kann, mit denen ich dieses Interesse praktizieren kann), aber leider noch nichts dementsprechendes sichten koennen. Waere sicherlich ne tolle Gelegenheit um Englisch zu lernen, aber was solls...Die letzten beiden Tage wollte ich eigentlich jedesmal in die Tate Modern gehen, aber mir ist immer etwas dazwischen gekommen... Naja, vielleicht die Tage mal.
Gestern dachte ich noch "Oh, mein Gott, mein Englisch ist so schrecklich, es muss ein Qual sein, sich mit mir zu unterhalten." Aber dann habe ich mich - kurz danach - mit Leuten unterhalten und es ging quite good... Leute habe ich ein paar kennengelernt, auch wenn ich sagen muss, dass mich die Hall0-Gespraeche ("Where do you study? Where are you from? What do you study?), wirklich ein bisschen nerven. Leider bin ich wohl kein Mensch fuer das nette "Chat-Chat" mal eben so. Aber beim Abendessen habe ich mich bisher eigentlich immer relativ gut unterhalten. Mal sehen, wie sich das so weiterentwickelt.
So, an dieser Stelle beende ich diesen Eintrag, da in 10 Minuten meine Induction losgeht. Leider ist momentan meiner Internet in meiner Hall ausgefallen, so dass ich mit niemandem von euch Skypen kann. Ich habe uebrigens auch ein Telefon, dass man einfach anrufen kann, aber das ist sicherlich fuer die meisten zu teuer. Falls es sich aber jemand ueberlegt, kann er mir einfach eine Email schicken und ich schicke ihm die Nummer (@ Max: Ich sende dir die Nummer, sobald mein Internet wieder geht, oder ich daran denke, mir deine Emailadresse zu notieren).
Ansonsten wuensche ich allen, die das hier lesen alles gute und bis zum naechsten mal, wenn es wieder heisst: "Ich erzaehle aus meinem Leben".
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