Shame on me, shame on me, ich war mal wieder faul und habe nichts geschrieben, obwohl ich groß angekündigt habe, dass ich es tun werde. Hier ist also mal wieder was:
Zunächst skurriles: Am Sonntag vor zwei Wochen war ich mit zwei Jungs aus meiner Hall nach dem Frühstück (naja am Wochenende ist es "Brunch" was bedeutet, dass man denselben Frass den es normalerweise zum Frühstück gibt, erst ab 11.30 serviert bekommt) draußen, weil die Jungs noch eine rauchen wollten. Das gehört hier zur üblichen Zeremonie: Nach dem Essen gehen wir immer raus, die Jungs um zu rauchen, ich einfach um der Gesellschaft willen. Nun begab es sich aber an diesem Tag, dass direkt neben der Hall eine Person einen (!) Koffer (!) hat stehen lassen. Niemand hat so genau darauf geachtet, wer das genau gewesen ist und niemand erachtete es als weiter wichtig, bis nach c.a. einer halben Stunde die Polizei (!) aufkreuzte. Die haben dann glatt ganz kaltblütig das Ding unter die Lupe genommen, aufgeschnitten und nach einer Weile in ihr Auto geworfen (nachdem sie sich mit dem Typen an der Rezeption kurzgeschlossen hatten selbstverständlich). Als die Polizisten anfingen den Koffern in Augenschein zu nehmen, sind erstmal alle umstehenden 5 Meter weggerückt, was wirklich ein kurioser Anblick war. Noch kurioser war jedoch, dass das Polizeiauto bereits randvoll mit Koffern war! Ich meine, natürlich nimmt man hier die ständigen Schilder war, auf denen steht: "Lassen sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen. Unbeaufsichtigtest Gepäck kann mitunter zerstört werden" oder "Wenn ihnen irgendetwas merkwürdig vorkommt, dann rufen sie sofort das Sicherheitspersonal", aber das es die Engländer dann doch SO ernst meinen, hätte man nicht gedacht. Man scheint wohl doch nervöser zu sein, als man denkt.
Nun zu der Story zu dem Bild. So ganz genau durchschaue ich die Sachverhalte selbst mit, deshalb möge man mir die eine oder andere Wissenslücke oder Fehlinformation verzeihen. Also, dass war so: Ich habe hier einen ziemlich netten U.S.-Amerikaner kennengelernt. An besagtem Tag verließ ich gerade unbedarft die "Mensa", als besagten U.S.-Amerikaner antraf, wie er sich gerade mit jemandem unterhielt. Ich gesellte mich hinzu und wurde mit den Worten empfangen "Hey, wir planen gerade, dass wir eine Sitzung des Counsils (des hiesigen Senats des LSE) stürmen wollen, bis du dabei?" Ich, vollkommen überrumpelt und die Idee aus dubiosen Gründen gar nicht mal unattraktiv findend, sagte so etwas wie "Ähhh, naja, warum nicht?" Und war schon involviert. Wir haben uns dann später mit c.a. 25 Leuten getroffen und haben den Counsil gestürmt. Der Grund war übrigens ungefähr folgender: Vor einiger Zeit haben einige britische Professoren dafür gestimmt, einen Boykott gegen isrealische Universitäten und Akademiker zu verhängen, falls diese sich nicht von der Politik ihrer Regierung gegenüber Palestina distanzieren. Naja, ich finds jetzt, nachdem ich darüber nachgedacht habe (was ich an dem Tag nicht habe), insgesamt ziemlich blöd, aber der Grund war wohl: Wenn Israel nicht die Rechte der Palästinenser anerkennt, dann erkennen wir auch nicht Israels Rechte an. Naja, man wird sich denken können, wo meine Bedenken liegen. Erstmal ist es wohl blöd, gegenüber Akademiker einen Boykott zu verhängen, die nicht verantwortlich für die Politik ihrer Regierung sind und man sollte außerdem akademische Freiheit, die man ja wertschätzt, nicht dadurch einschränken, dass man Leute mit einem Boykott bestraft, die eine bestimmte Meinung vertreten. Außerdem ist es als Maßnahme zur Befreiung Palästinas wohl nur bedingt geeignet. Naja, der Grund für die Stürmung war eigentlich ein ziemlich simpler: Die LSE hat sich damals zu dem Sachverhalt negativ geäußert, hat aber keine Stellung mit Bezug auf die Rechte der Palästinenser genommen (und jetzt wo ich darüber nachdenke ich DAS eigentlich ein guter Grund auf die Barikaden zu gehen), d.h. sie haben gesagt: Boykott der Rechte von Israel: "Buhhh" und sich gleichzeitig nicht zur Beschneidung der Rechte der Palästinenser geäußert. Einige Studenten (z.B. Palästinenser) fanden das wohl irgendwie nicht so nett und haben eine Petition verfasst, die dem Abhilfe schaffen sollte und wollten mit die Petition den Director treffen, der sich jedoch jeglichem Treffen auf zweimaliges anfragen verweigerte. Der Sturm auf den Counsil sollte dafür sorgen, dass der Director einem Treffen öffentlich und in Anwesenheit der (studentischen) Presse zustimmt. Naja und in diesem Kontext ist auch das Foto entstanden, was hauptsächlich dadurch zustande kam, dass ich direkt hinter dem Director stand. Soviel dazu.... Für Verständnisfragen und Aufklärungsbitten, bitte immer gern an mich wenden. ICh bin mir darüber im klaren, dass das ganze vielleicht nicht so klar ist, wie ich es gerne hätte.
Am letzten Wochenende war ich dann mit Lena im Natural History Museum. Wir haben zwar nur eine kleinen Teil gesehen (um genau zu sein, nur die Ausstellung mit den Dinosauriern ;-)), aber ich muss sagen, dass mir das ganze sehr gefallen hat. Das Natural History Museum (jedenfalls der Teil in dem wir waren), ist in einem großartigen viktiorianischen Gebäude und man möchte am liebsten ein viktorianischer Gelehrter sein, der mit Büchern unter dem Arm durch diese Hallen eilt, um seinen Forschungen nachzugehen. Da bekommt man gleich wieder schöne Ideen für Rollenspielcharaktere... Die Ausstellung mit den Dinosauriern war sehr informativ aufgemacht und ich habe mir fest vorgenommen, mir die anderen Austellungen auch noch anzusehen. Die Erklärungen sind sehr evolutionstheoretisch angehaucht und es wird versucht Parallelen herzustellen, zwischen der Art und Weise, wie Tiere sich später entwickelt haben (Herdenverhalten, verschiedene Arten von Raubtieren, wie z.B. Rudelraubtiere und Einzelgänger) und der Art und Weise, wie sich die Dinosaurier entwickelt haben mochten. So bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, wie die Welt wohl ausgesehen haben mochte und für Leute, die in Evolutionstheorie interessiert sind, ist es interessant zu sehen, wie sich bestimmte Merkmale immer und immer wieder als Lösung für bestimmte Probleme herauskristallisieren. Man bekommt direkt Lust Paläontologie zu studieren und im Sand nach Dinosaurierknochen zu graben. Spannend! Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Museum anzusehen, wenn er in London ist.
Gestern hatte ich dann mein erstes großes "Society"-Event: Ich bin am Anfang des Semesters mehreren Societys, dass ist sowas wie Studentengruppen, aber mit einer ziemlichen Bandbreite an Interessen (es gibt die Lager&Ale Society, die Salsa-Society, die Military-Society, um nur einige zu nennen...) beigetreten. Eine davon ist die Gruppe "People & Planet", die sich für ein riesiges Spektrum an moralischen Sachverhalten einsetzen, wie z.B. soziale Gerechtigkeit, Umweltethik und Menschenrechte. Das Spektrum ist vielleicht ein bißchen zu breit (vor allem wenn man bedenkt, dass es für jeden dieser Bereiche bereits eine besonders spezialisierte Gruppe gibt, wie z.B. Amnesty für Menschenrechte oder Greenpeace für Umweltethik...), aber ich habe mir trotzdem vorgenommen, mich in der Gruppe zu engagieren. Gestern war dann auf dem LSE-Campus im Rahmen der "Rage against Racism Week" der sogenannte "International Food Fare", bei welchem alle möglichen "National Societies" (also Studentengruppen, die eine bestimmte Nationalität vertreten) Speisen und Gerichte (weiß nicht wo der Unterschied liegt, aber egal) angeboten haben. ICh war dort mit der P&P-Gruppe am start mit selbstgebackenen Süßigkeiten vollständig aus Fairtrade-Produkten bestehend. War lustig, hat mich aber nicht so sehr vom Hocker gehauen. Vielleicht bin ich einfach nicht so der Typ für soziales Engagement...
Dananch (ab 20 Uhr), gab es jedoch ein wirkliches Highlight für mich: Die Philosophy Society hatte eingeladen zu einem Treffen mit einem kurzen Vortrag, bei dem mein derzeitiger Lieblingsprofessor am LSE Luc Bovens (erwähnte ich schon, dass er sagte, als ich ihm gegenüber erwähnte, dass ich in Bielefeld studiert habe: "Ja, Bielefeld ist wohl die beste Universität für analytische Philosophie in Deutschland" - was übrigens eine deutsche PHD-Studentin in Cambridge ebenfalls meinte) einen Vortrag über Metaethik gehalten hat. Naja, der Vortrag war relativ einführend und ehrlich gesagt, hätte ich etwas ähnliches wohl auch aus dem Stehgreif dozieren können (Alexander Millers Buch sei dank ;-)), aber es hat Spaß gemacht, erstens zu sehen, wie viel man dann doch weiß, zweitens den ganzen Kram zu hören und drittens danach eine Diskussion über diese Fragen zu führen. Es waren erstaunlich viele Leute Relativisten dort (wo doch ein schlauer Mann mal sagte, dass niemand nach einem Philosophiestudium mehr Relativist sei), aber sie waren auch alle relativ jung und unwissend ;-). Schön fand ich auch Lucs Abschlussstatement, in welchem er begründete, weshalb er keine Metaethik mehr machte: "Wisst ihr, man findet das halt eine Weile interessant, aber dann stellt man fest, in was man sich alles reinfuchsen müsste um da mitzuhalten und dann macht man halt etwas anderes. Um sich in diese Debatte wirklich reinzuhängen, muss man - denke ich - schon ein richtiger eingefleischter Metaphyiker sein." Großartig :-).
So, dass wäre es erstmal. Ich hoffe, es sind noch ein paar Leute da draußen, die regelmäßig einschalten, weil sich sonst mein schlechtes Gewissen, dass ich nicht regelmäßíg poste gar nicht lohnen würde :-). Tschüß und bis zum nächsten mal, euer...............BEEP
Zunächst skurriles: Am Sonntag vor zwei Wochen war ich mit zwei Jungs aus meiner Hall nach dem Frühstück (naja am Wochenende ist es "Brunch" was bedeutet, dass man denselben Frass den es normalerweise zum Frühstück gibt, erst ab 11.30 serviert bekommt) draußen, weil die Jungs noch eine rauchen wollten. Das gehört hier zur üblichen Zeremonie: Nach dem Essen gehen wir immer raus, die Jungs um zu rauchen, ich einfach um der Gesellschaft willen. Nun begab es sich aber an diesem Tag, dass direkt neben der Hall eine Person einen (!) Koffer (!) hat stehen lassen. Niemand hat so genau darauf geachtet, wer das genau gewesen ist und niemand erachtete es als weiter wichtig, bis nach c.a. einer halben Stunde die Polizei (!) aufkreuzte. Die haben dann glatt ganz kaltblütig das Ding unter die Lupe genommen, aufgeschnitten und nach einer Weile in ihr Auto geworfen (nachdem sie sich mit dem Typen an der Rezeption kurzgeschlossen hatten selbstverständlich). Als die Polizisten anfingen den Koffern in Augenschein zu nehmen, sind erstmal alle umstehenden 5 Meter weggerückt, was wirklich ein kurioser Anblick war. Noch kurioser war jedoch, dass das Polizeiauto bereits randvoll mit Koffern war! Ich meine, natürlich nimmt man hier die ständigen Schilder war, auf denen steht: "Lassen sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen. Unbeaufsichtigtest Gepäck kann mitunter zerstört werden" oder "Wenn ihnen irgendetwas merkwürdig vorkommt, dann rufen sie sofort das Sicherheitspersonal", aber das es die Engländer dann doch SO ernst meinen, hätte man nicht gedacht. Man scheint wohl doch nervöser zu sein, als man denkt.
Nun zu der Story zu dem Bild. So ganz genau durchschaue ich die Sachverhalte selbst mit, deshalb möge man mir die eine oder andere Wissenslücke oder Fehlinformation verzeihen. Also, dass war so: Ich habe hier einen ziemlich netten U.S.-Amerikaner kennengelernt. An besagtem Tag verließ ich gerade unbedarft die "Mensa", als besagten U.S.-Amerikaner antraf, wie er sich gerade mit jemandem unterhielt. Ich gesellte mich hinzu und wurde mit den Worten empfangen "Hey, wir planen gerade, dass wir eine Sitzung des Counsils (des hiesigen Senats des LSE) stürmen wollen, bis du dabei?" Ich, vollkommen überrumpelt und die Idee aus dubiosen Gründen gar nicht mal unattraktiv findend, sagte so etwas wie "Ähhh, naja, warum nicht?" Und war schon involviert. Wir haben uns dann später mit c.a. 25 Leuten getroffen und haben den Counsil gestürmt. Der Grund war übrigens ungefähr folgender: Vor einiger Zeit haben einige britische Professoren dafür gestimmt, einen Boykott gegen isrealische Universitäten und Akademiker zu verhängen, falls diese sich nicht von der Politik ihrer Regierung gegenüber Palestina distanzieren. Naja, ich finds jetzt, nachdem ich darüber nachgedacht habe (was ich an dem Tag nicht habe), insgesamt ziemlich blöd, aber der Grund war wohl: Wenn Israel nicht die Rechte der Palästinenser anerkennt, dann erkennen wir auch nicht Israels Rechte an. Naja, man wird sich denken können, wo meine Bedenken liegen. Erstmal ist es wohl blöd, gegenüber Akademiker einen Boykott zu verhängen, die nicht verantwortlich für die Politik ihrer Regierung sind und man sollte außerdem akademische Freiheit, die man ja wertschätzt, nicht dadurch einschränken, dass man Leute mit einem Boykott bestraft, die eine bestimmte Meinung vertreten. Außerdem ist es als Maßnahme zur Befreiung Palästinas wohl nur bedingt geeignet. Naja, der Grund für die Stürmung war eigentlich ein ziemlich simpler: Die LSE hat sich damals zu dem Sachverhalt negativ geäußert, hat aber keine Stellung mit Bezug auf die Rechte der Palästinenser genommen (und jetzt wo ich darüber nachdenke ich DAS eigentlich ein guter Grund auf die Barikaden zu gehen), d.h. sie haben gesagt: Boykott der Rechte von Israel: "Buhhh" und sich gleichzeitig nicht zur Beschneidung der Rechte der Palästinenser geäußert. Einige Studenten (z.B. Palästinenser) fanden das wohl irgendwie nicht so nett und haben eine Petition verfasst, die dem Abhilfe schaffen sollte und wollten mit die Petition den Director treffen, der sich jedoch jeglichem Treffen auf zweimaliges anfragen verweigerte. Der Sturm auf den Counsil sollte dafür sorgen, dass der Director einem Treffen öffentlich und in Anwesenheit der (studentischen) Presse zustimmt. Naja und in diesem Kontext ist auch das Foto entstanden, was hauptsächlich dadurch zustande kam, dass ich direkt hinter dem Director stand. Soviel dazu.... Für Verständnisfragen und Aufklärungsbitten, bitte immer gern an mich wenden. ICh bin mir darüber im klaren, dass das ganze vielleicht nicht so klar ist, wie ich es gerne hätte.
Am letzten Wochenende war ich dann mit Lena im Natural History Museum. Wir haben zwar nur eine kleinen Teil gesehen (um genau zu sein, nur die Ausstellung mit den Dinosauriern ;-)), aber ich muss sagen, dass mir das ganze sehr gefallen hat. Das Natural History Museum (jedenfalls der Teil in dem wir waren), ist in einem großartigen viktiorianischen Gebäude und man möchte am liebsten ein viktorianischer Gelehrter sein, der mit Büchern unter dem Arm durch diese Hallen eilt, um seinen Forschungen nachzugehen. Da bekommt man gleich wieder schöne Ideen für Rollenspielcharaktere... Die Ausstellung mit den Dinosauriern war sehr informativ aufgemacht und ich habe mir fest vorgenommen, mir die anderen Austellungen auch noch anzusehen. Die Erklärungen sind sehr evolutionstheoretisch angehaucht und es wird versucht Parallelen herzustellen, zwischen der Art und Weise, wie Tiere sich später entwickelt haben (Herdenverhalten, verschiedene Arten von Raubtieren, wie z.B. Rudelraubtiere und Einzelgänger) und der Art und Weise, wie sich die Dinosaurier entwickelt haben mochten. So bekommt man eine gewisse Vorstellung davon, wie die Welt wohl ausgesehen haben mochte und für Leute, die in Evolutionstheorie interessiert sind, ist es interessant zu sehen, wie sich bestimmte Merkmale immer und immer wieder als Lösung für bestimmte Probleme herauskristallisieren. Man bekommt direkt Lust Paläontologie zu studieren und im Sand nach Dinosaurierknochen zu graben. Spannend! Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Museum anzusehen, wenn er in London ist.
Gestern hatte ich dann mein erstes großes "Society"-Event: Ich bin am Anfang des Semesters mehreren Societys, dass ist sowas wie Studentengruppen, aber mit einer ziemlichen Bandbreite an Interessen (es gibt die Lager&Ale Society, die Salsa-Society, die Military-Society, um nur einige zu nennen...) beigetreten. Eine davon ist die Gruppe "People & Planet", die sich für ein riesiges Spektrum an moralischen Sachverhalten einsetzen, wie z.B. soziale Gerechtigkeit, Umweltethik und Menschenrechte. Das Spektrum ist vielleicht ein bißchen zu breit (vor allem wenn man bedenkt, dass es für jeden dieser Bereiche bereits eine besonders spezialisierte Gruppe gibt, wie z.B. Amnesty für Menschenrechte oder Greenpeace für Umweltethik...), aber ich habe mir trotzdem vorgenommen, mich in der Gruppe zu engagieren. Gestern war dann auf dem LSE-Campus im Rahmen der "Rage against Racism Week" der sogenannte "International Food Fare", bei welchem alle möglichen "National Societies" (also Studentengruppen, die eine bestimmte Nationalität vertreten) Speisen und Gerichte (weiß nicht wo der Unterschied liegt, aber egal) angeboten haben. ICh war dort mit der P&P-Gruppe am start mit selbstgebackenen Süßigkeiten vollständig aus Fairtrade-Produkten bestehend. War lustig, hat mich aber nicht so sehr vom Hocker gehauen. Vielleicht bin ich einfach nicht so der Typ für soziales Engagement...
Dananch (ab 20 Uhr), gab es jedoch ein wirkliches Highlight für mich: Die Philosophy Society hatte eingeladen zu einem Treffen mit einem kurzen Vortrag, bei dem mein derzeitiger Lieblingsprofessor am LSE Luc Bovens (erwähnte ich schon, dass er sagte, als ich ihm gegenüber erwähnte, dass ich in Bielefeld studiert habe: "Ja, Bielefeld ist wohl die beste Universität für analytische Philosophie in Deutschland" - was übrigens eine deutsche PHD-Studentin in Cambridge ebenfalls meinte) einen Vortrag über Metaethik gehalten hat. Naja, der Vortrag war relativ einführend und ehrlich gesagt, hätte ich etwas ähnliches wohl auch aus dem Stehgreif dozieren können (Alexander Millers Buch sei dank ;-)), aber es hat Spaß gemacht, erstens zu sehen, wie viel man dann doch weiß, zweitens den ganzen Kram zu hören und drittens danach eine Diskussion über diese Fragen zu führen. Es waren erstaunlich viele Leute Relativisten dort (wo doch ein schlauer Mann mal sagte, dass niemand nach einem Philosophiestudium mehr Relativist sei), aber sie waren auch alle relativ jung und unwissend ;-). Schön fand ich auch Lucs Abschlussstatement, in welchem er begründete, weshalb er keine Metaethik mehr machte: "Wisst ihr, man findet das halt eine Weile interessant, aber dann stellt man fest, in was man sich alles reinfuchsen müsste um da mitzuhalten und dann macht man halt etwas anderes. Um sich in diese Debatte wirklich reinzuhängen, muss man - denke ich - schon ein richtiger eingefleischter Metaphyiker sein." Großartig :-).
So, dass wäre es erstmal. Ich hoffe, es sind noch ein paar Leute da draußen, die regelmäßig einschalten, weil sich sonst mein schlechtes Gewissen, dass ich nicht regelmäßíg poste gar nicht lohnen würde :-). Tschüß und bis zum nächsten mal, euer...............BEEP
3 Kommentare:
es sind auf jeden Fall Leute da, die gespannt auf neue Londoner Geschichten und philosophische Gedanken warten!
zur "Stürmung" wie war doch die Aussage einer gewissen älteren Dame aus Duisburg " Sebastian du siehst ja aus wie ein Terrorist".
Hoppla
hey sebastian,
damit dir das schlechte gewissen erhalten bleibt: ich lese immer mit! ist ja auch ziemlich spannend, was ihr - du, romy und guido - in der großen weiten welt so erlebt (zumindest im vergleich zu meinem bielefelder alltagstrott ;-)).
das masterarbeitsthema, dass du in einem früheren post mal angedacht hast, scheint mir übrigens höchst interessant und vielversprechend! (wer hätt's gedacht ;-))... in ein paar wochen kann ich dir dazu wahrscheinlich auch eine arbeit aus der neueren forschung zur verfügung stellen (wenn du willst);-)
also dann: mach's gut & bis bald!
peter
Kommentar veröffentlichen